Anne Marie Reeves Jarvis , Muttertagsgründerin
Von
Feierabend-Mitglied
Donnerstag 09.05.2019, 15:54
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Feierabend-Mitglied
Donnerstag 09.05.2019, 15:54
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Der Muttertag ist auf eine Aktion der Amerikanerin Ann Marie Reeves Jarvis zurückzuführen.
Sie hatte im Jahr 1905 ihre Mutter, die sie sehr liebte, verloren. Es fiel ihr schwer, anzuerkennen, dass es der normale Lauf des Lebens ist, dass jeder Mensch spätestens im eigenen Erwachsenenalter irgendwann einmal dem Tod der Mutter oder der Eltern ins Auge sehen muss.
Anlässlich des ersten Jahrestages, am zweiten Maisonntag, schmückten ihre Schwester Elinor und sie das Bild der Mutter mit Blumen und stellten eine brennende Wachskerze davor. So hielten sie eine Gedenkfeier für die liebe Verstorbene, an der sie mit so viel Liebe und Dankbarkeit immer noch hingen und die sie schmerzlich vermissten.
Ann war schon vorher eine engagierte Streiterin für die Rechte der Frau, für die sie täglich ihre Stimme erhob. Sie versuchte nun geradezu fanatisch, die öffentliche Meinung für ihr neues Anliegen zu gewinnen. So war es verständlich, dass sie sich nicht damit begnügen wollte und konnte, nur das Andenken und die Verdienste ihrer eigenen Mutter in der Öffentlichkeit ins rechte Licht zu rücken. Sie wollte dies für alle Frauen erreichen, nämlich die Anerkennung ihrer Leistung als Erzieherin der Kinder und treue Gefährtin des Mannes. Hielten sie ihm doch den Rücken frei für seine Karriere, indem sie sich weitgehend selbstständig um die häuslichen Dinge kümmerten.
Obwohl Ann und ihre Schwester selbst nicht verheiratet waren, setzten sie sich für die Anerkennung der Verdienste der Mütter so vehement ein, dass sie fast ihr ganzes Erbe daran setzten. Ann gründete eigens für die Durchsetzung eines offiziellen Muttertages ein Büro in Philadelphia und später noch in Washington, um in der Nähe der Abgeordneten des Kongresses zu sein und Einfluss nehmen zu können. Letzten Endes erreichte Ann Jarvis ihr Lebensziel, als Präsident Wilson 1914 den jeweils zweiten Sonntag im Mai zum allgemeinen „Muttertag“ erklärte.
Sie hatte nicht lange Freude daran, denn die Geschäftswelt bemächtigte sich sehr bald des neuen Schlagwortes und machte weltweit Riesenumsätze mit dem Verkauf von Blumen, Pralinen, Geschenkartikeln und mit der Durchführung von Veranstaltungen zur Feier dieses besonderen Tages der Mütter. Ann Jarvis prozessierte gegen diesen Missbrauch ihrer gut gemeinten Idee, verlor nach und nach ihr Vermögen und starb verarmt in Philadelphia.
So wurde aus einem sehr privaten Akt der Dankbarkeit und Liebe ein offiziell eingeführter und immer wieder auch umstrittener allgemeiner Gedenktag, der in keinem Kalender fehlt.