Was Mutter noch wusste ...
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Feierabend-Mitglied
Montag 23.03.2020, 12:32
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Als die Kommunen noch Geld hatten, gab es Plakatgedichte mit Lyrik an Mainzer Litfaßsäulen , für die kleine Denkpause zwischendurch.Ein Text lautete einmal :
" Wie mei Großmutter e Kind war, war Krieg .Wie mei Mutter e Kind war, war Krieg . Wie ich e Kind war, war Krieg . Wie mei Kind e Kind war, war kän Krieg. Villeicht hälts`s noch e bissje . "
So hoffte die Mundartdichterin Inge Reitz-Sbresny (1927-2011) vor bald 40 Jahren . Tatsächlich hat die krieglose Zeit mittlerweile 75 Jahre überdauert .
Unsere Kinder und Kindeskinder wuchsen in Frieden und Wohlstand auf .
Fast immer bekamen wir alles, was wir wollten. Und fast immer hatten wir alles unter Kontrolle, das glaubten wir zumindest.
Nun stellt dieCorona-Kriese uns vor Herausforderungen, wie sie unsere Mütter und Großmütter in noch weit dramatischer Weise meistern mussten.
Was mag es in ihnen auslösen,wenn sie von Hamsterkäufen hören und von Ärzten, die nicht mehr jedem helfen können, weil es zu viele sind, die sich infizieren?
Villeicht zum ersten mal in unserem Leben sind wir gefordert, Verantwortung zu übernehmen, und nicht nur zu tun wonach uns der Sinn steht. Und wir bekommen eben nicht mehr alles was wir wollen, sondern müssen uns beschränken auf das Wesendliche, abstand halten, und Bedürftigen helfen . Und zwar nicht nur in Social-Media-Absichtserklärungen.
Nur wenn wir endlich erwachsen werden ,hält`s noch e bissje ...
In diesem Sinne : Bleibt alle schön gesund !
Entliehen einem Artikel von monika.nellssen@vrm.de