Das Alter hat seinen eigenen Wert
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Feierabend-Mitglied
27.10.2019, 15:49
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Dass das Alter seinen eigenen Wert hat und nicht immer in Konkurrenz mit der Jugend gesehen werden sollte, hat Rudolf Steiner (Anthroposoph, in seinem Buch "Vom Alt-Werden", Verlag: Die Pforte), beschrieben. Weil ich es so passend für unsere 70 plus-Seite finde, zitiere ich hier Seite 3 aus dem o.g. Buch:
"„... Wer glaubt denn an die Produktivität, an die Fruchtbarkeit des Alters?
Und weil man daran nicht glaubt, deshalb ist sie auch nicht da; denn man
ist nicht darauf aufmerksam, wie jedes neue Jahr auch neue Offenbarungen
bringt. Aber bedenken Sie, wie viel sich im Menschenleben dadurch ändern
würde, wenn dieser Glaube wirklich allgemein würde, wenn alle Menschen
glauben würden, ich muss warten auf das Älterwerden, dann werde ich durch
mich selbst Dinge erfahren, die ich früher nicht habe erfahren können.
Erwartungsvolles Leben, hoffnungsvolles Leben, wo ist das heute?“
Spätestens ab 40 denken wir doch, dass wir mit jedem Jahr etwas verlieren.
Wer sagt uns denn, dass wir mit 50, 60 oder 70 und 80 etwas dazu gewinnen?
Wer dann noch fit ist, rühmt sich mit Kriterien, die auf Jugendlichkeit hinweisen.
Eigene Werte für‘s Alter haben wir gar nicht.
Wie wär‘s denn, wenn wir anfangen würden, sie zu entwickeln. Wenn wir uns
fragen würden: was ist mit 60 besser als mit 50? Was macht mit 70 Freude?
Worin besteht das Schöne im Leben mit 80? Was kann ich mit 66 was ich mit 55
noch nicht konnte?“
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Ich finde es gut, dass er sich und anderen Mut macht, Neues zu entdecken, auch im hohen Alter und auch zufrieden zu sein mit dem, was möglich ist.
Elira
Foto: Bernd Boscolo, pixelio