Schweres Asthma
1. Was kann ich tun?
Atemnot kann sehr beängstigend sein besonders für Menschen mit schwerem Asthma. Viele kennen das Gefühl, wenn plötzlich die Luft wegbleibt. Doch es gibt gute Nachrichten: Es gibt inzwischen moderne Antikörpertherapien, sogenannte Biologika, die helfen können, im Alltag besser zu atmen und die Lebensqualität zu verbessern. In Deutschland leben etwa 6,7 Millionen Menschen mit Asthma. Bei den meisten kann das Asthma mit Hilfe von Medikamenten zur Inhalation gut kontrolliert werden. Aber etwa 10 % der Patient:innen haben schweres Asthma, bei dem die Beschwerden trotz Sprays zur Inhalation bleiben. Das kann den Alltag stark einschränken. Viele dieser Menschen bekommen über längere Zeit Kortisontabletten. Diese helfen zwar schnell bei akuten Verschlechterungen (Exazerbationen), können aber bei dauerhafter Einnahme schwere Nebenwirkungen haben. Deshalb empfehlen medizinische Leitlinien heute bei schwerem unkontrolliertem Asthma einen Therapieversuch mit Biologika zusätzlich zur inhalativen Therapie. Diese Medikamente wirken gezielt gegen die Entzündung in den Atemwegen. Für viele Betroffene bedeutet das: weniger Beschwerden, ein Leben oft ganz ohne Kortisontabletten und eine deutlich verbesserte Lebensqualität.
Trotzdem wissen viele Menschen noch nicht, dass es diese modernen Therapien gibt und dass sie im Gegensatz zu Kortisontabletten oft gut verträglich sind. Wer unter Asthma leidet und trotz regelmäßiger Verwendung von Medikamenten zur Inhalation weiterhin Beschwerden hat oder regelmäßig Kortisontabletten nehmen muss sollte mit seinem Arzt oder seiner Ärztin reden. Es gibt neue Therapiealternativen, die helfen können, wieder freier zu atmen und den Alltag wieder besser bestreiten zu können.
2. Wie kann ich Angehörige unterstützen?
Ein Asthmaanfall kann plötzlich auftreten und ist für Betroffene sehr belastend. In solchen Momenten ist es wichtig, dass Du als Angehörige:r Ruhe bewahrst und gezielt handelst:
- Bleib ruhig: Deine Gelassenheit hilft, die Situation nicht zu verschlimmern.
- Hilf beim Inhalieren: Unterstütze Deinen Angehörigen dabei, das Notfallspray zu verwenden. Es sollte immer griffbereit sein.
- Sorge für eine entspannte Haltung: Unterstütze die betroffene Person im Falle eines Asthmaanfalls dabei, aufrecht zu sitzen, um die Atmung zu erleichtern.
- Ruf den Notarzt: Wenn sich die Symptome nicht bessern oder akute Atemnot auftritt, zögere nicht, den Rettungsdienst zu alarmieren.
- Bleib sensibel: Frag nach, wie Du helfen kannst, und respektiere die Wünsche Deines Angehörigen.
- Informiere Dich: Je mehr Du über Asthma weißt, desto sicherer wirst Du Dich fühlen, Betroffene zu unterstützen.
- Sprich über Deine Gefühle: Teile Deine Sorgen mit Freunden, Familie oder einer Selbsthilfegruppe.
- Nimm Dir Auszeiten: Achte darauf, auch Zeit für Dich selbst zu haben, um Kraft zu tanken.
3. Zusammenarbeit mit dem Arzt
Ein individueller Behandlungsplan ist entscheidend für den Umgang mit Asthma. Begleite Deine:n Angehörige:n, wenn möglich, zu Arztterminen und unterstütze dabei, die Therapieempfehlungen umzusetzen. So kannst Du dazu beitragen, dass die Behandlung erfolgreich ist.
Bist Du selbst betroffen? Dann trau Dich nachzufragen, wenn du etwas nicht verstehst, äußere Deine Wünsche an die Therapie, lass die Therapie und den -Erfolg regelmäßig überprüfen. Achte darauf, die Medikamente regelmäßig und richtig einzunehmen, damit sie gut wirken können.
Fazit
Als Angehörige:r spielst Du eine wichtige Rolle im Leben eines Menschen mit Asthma. Informiert zu sein, Ruhe zu bewahren und Unterstützung anzubieten, ohne zu bevormunden, sind die besten Wege, um zu helfen. Gleichzeitig solltest Du auch auf Dich selbst achten, damit Du langfristig eine Stütze sein kannst. Gemeinsam könnt Ihr den Alltag mit Asthma meistern!
Wichtige Patientenorganisationen bei schwerem Asthma
- Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB): Bietet Beratung, Informationsmaterialien, Webinare und Austauschmöglichkeiten. www.daab.de
- Deutsche Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. (DPLA): Unterstützt Menschen mit Asthma, COPD und Lungenemphysem. Bietet Selbsthilfegruppen, Atemphysiotherapie, Lungensport und die Zeitschrift Luftpost.
- Atemwegsliga e.V.: Fördert Lungensportgruppen und bietet Informationsmaterialien für Patient:innen. www.atemwegsliga.de
- Lungeninformationsdienst (Helmholtz Zentrum München): Übersicht über viele Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen.www.lungeninformationsdienst.de
- AG Lungensport in Deutschland e.V.: Fördert körperliche Aktivität bei chronischen Lungenerkrankungen. www.lungensport.org
Tipp: Mach den Selbsttest auf www.mit-asthma-leben.de: Mit wenigen Fragen lässt sich ermitteln, wie gut Dein Asthma derzeit kontrolliert ist.
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