Yayou Kusama in der Fondation Beyeler
Begrüßt wurden wir am 19. November von 1200 Edelstahlkugeln die sich schwimmend im Teich vor dem Museum im Park spiegeln. Bewegt sich das Wasser, wird es im Teich lebendig.
Welch eindrückliche Ausstellung konnten wir in der Fondation Beyeler in Riehen sehen! Farben, Punkte, Wellenlinien, Striche in allen möglichen Formen auf Zeichnungen, Gemälden, Collagen, Skulpturen, Installationen und in Filmen, sogar Mode hat die Künstlerin kreiert, so dass es einem schwindelig hätte werden können.
Ausgestellt sind über 300 Werke der 96 Jahre alten Künstlerin Yayoi Kusama aus Japan, wobei die älteste Arbeit aus dem Jahr 1939 stammt.
Man steht fassungslos vor einzelnen Werken und überlegt, wie man denn überhaupt eine solch unendliche Anzahl von Punkten, Strichen oder Wellenlinien zeichnen kann, die dann ein vollendetes Bild ergeben.
Am interessantesten wird es im Untergeschoss. Wie Tentakel schlängeln sich aufblasbare Formen durch den ganzen Saal. Durch Spiegel, Acryl, Stahl, Aluminium und durch die wechselnde Beleuchtung, die alles irgendwie zum Leben erweckt, wandelt man wie hypnotisiert durch einen Urwald oder eine Höhle oder zwischen Getier? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Filme werden über die Zeit von Yayoi Kusama in New York gezeigt, wo sie in den 1960er Jahren gelebt hatte. Die intensive Hippiebewegung mit immerwährender Liebe ist unverkennbar. Ihr eigenes Modelabel stammt auch aus dieser Zeit.
Im Museumspark steht ein großer verspiegelter Würfel, in den man in gebückter Haltung eintreten kann. Man steht inmitten eines kaleidoskopischen Raums, der durch kleine Öffnungen farbiges Licht in den dunklen Raum zaubert. Diese Idee passt wunderbar in den Museumspark. Je nach Wetterlage verändern sich auch die Farben.
Diese Ausstellung ist in jedem Fall sehenswert. Mich hat sie so sehr beeindruckt, dass ich kaum weiß, wie ich das Gesehene und Erlebte in Worte fassen kann.
Artikel Teilen
Artikel kommentieren
