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DER WEISSKOHL - WUNDERPFLANZE UND NAHRUNGSMITTEL - EIN" HERBST- UND WINTERGEMÜSE"

Weißkohl




"Der Saft von Kohl bringt Stuhlgang. Er ist gut der bösen Milz, mit Senfkraut gesotten. In die Nase gelassen, reinigt er das Haupt. Kohl roh gegessen und auf das kahle Haupt geschmiert, macht das Haar wachsen und tötet die Läuse. Die Wurzel von Kohl gesotten und die Brühe in Tropfen in die Ohren gelassen nimmt den selbigen Schmerz. Kohl mit Dillsamen ist gut für das Bauchwehtun und Grimmen.

Wer Kohlblätter mit Salz und Essig vor dem Imbiss isst, ist sicher, dass ihm der Wein nicht schadet, ob er schon "zuviel getrunken" hätte", schrieb bereits Dioskorides, griechischer Arzt und Botaniker 1679



"Der Weißkohl (Brassica capitata) ist eine unserer ältesten Nutzpflanzen und eine Heilpflanze per exellence. Er gehört zur Familie der Kreuzblütler (Cruciferen) und die Stammpflanze ist der Saatkohl, der auf den felsigen Küstengebieten Europas, von des Mittelmeerküsten bis Irland wächst. Schon in vorgeschichtlicher Zeit wurde diese Wildpflanze von den europäischen Küstenbewohnern verwendet, denn seine Heilwirkungen sind erstaunlich. In der Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts beschrieb der griechische Arzt Dioskorides die Kohlpflanze und plädierte für die Anwendung des frischen Krautes. Im vierten Jahrhundert nach Christus unterschieden die Griechen bereits drei Kohlsorten und Hippokrates, der Vater der abendländischen Medizin, lobte die Heilwirkung des Kohls. Über die Klöster gelangte die Pflanze schließlich in die germanischen Länder. Schnell erkannte man auch hier, welche Heilkraft das Kraut besitzt." Günther H. Heepen

Durch die ständige Kulturauslese der Stammpflanze entstand die heutige Art. Neben dem Weißkohl kennen wir über 130 weitere Arten und Stammarten des Kohls.

Der Weißkohl enthält viele Inhaltsstoffe, die für die Heilkraft verantwortlich sind.

Bereits der Bakteriologe Louis Pasteur nannte den Kohl das nützlichste und gesündeste Gemüse. Besonders reich ist die Pflanze an Spurenelementen wie Kalium, Eisen, Magnesium und Schwefel. Außerdem enthält die Pflanze die Vitamine A, B, D, C und E. Der Vitamin-A und

Die häufigste Verwendung des Kohls ist die Herstellung von Sauerkraut. Die Art der Konservierung, die Milchsäuregärung, stammt von den Slawen. Durch das Einlegen des klein geschnittenen Krautes erhalten wir durch den Gärprozess das Sauerkraut. 1,5 Prozent des fertigen Produktes ist Milchsäure, die die natürliche Darmflora im menschlichen Darm schützt und krankmachende Bakterien unterdrückt, es ist leicht verdaulich und wirkt desinfizierend. Einen wichtigen Stellenwert nimmt das "saure Kraut" in der Rohkosternährung ein. "Wie schon der Grieche Dioskorides, so riet auch der große Naturheilarzt Prof. Dr. Bauchle vom gekochten Sauerkraut ab. Wer es dennoch dem frischen Kraut vorzieht, sollte unbedingt einen Esslöffel rohes Kraut zu jeder Portion zugeben, schrieb er." Sauerkrautwasser ist gut gegen chronische Verstopfung, hier ist eine kurmäßige Verabreichung von jeweils 2 Esslöffeln vor jeder Mahlzeit zu empfehlen. Diesen Saft gibt es fertig im Handel. Wegen des hohen Salzgehaltes ist jedoch angeraten, eine Tasse Saft pro Woche nicht zu übersteigen. Früher hat man auch bei grippalen Infekten Sauerkraut verabreicht und es galt bei langen Seereisen auch als Ersatz von Vitamin C, um Skorbut zu verhüten. Krautsalat, Krautfrischgemüse und Kohlsuppe (als Schlankheitsmittel angepriesen) und frischer Presssaft (Entsafter oder Mixer) sind weitere Verwendungsmöglichkeiten. Weißkraut kann gut eingefroren werden. Hier gehen keine wertvollen Substanzen verloren. Das im Herbst geerntete Weißkraut liefert der Küche noch im Frühjahr wertvolles Frischgemüse, wenn es in einem kühlen, gut durchgelüfteten Raum gelagert wurde.

Der in den 80er Jahren bekannt gewordene französische Naturarzt Maurice Messegue´ berichtete in seinen Büchern von Bauern aus der Gascogne, die bei großer Kälte Kohlsuppe essen, die kräftigend wirkt.
"Der praktische Arzt Dr. Römer schrieb 1935 in der in der "Medizinischen Wochenzeitschrift": < Bei schweren Asthma-Anfällen und bei Ischias, wenn alles versagt, hilft täglich ein Pfund rohes Sauerkraut>".



Im Jahr 1950 wurde durch den amerikanischen Forscher G. Cheheney das sogenannte Vitamin U im Kohl entdeckt, eigentlich eine Aminosäure, die den Zellstoffwechsel positiv beeinflusst und somit eine Schutzwirkung auf die Magenschleimhaut ausübt. Besonders wird der frische Kohlsaft empfohlen, täglich frisch ausgepresst (1 Liter für die Dauer von 3 bis max. 6 Wochen tagsüber in kleinen Dosen verabreicht), heilt Magen- und Darmgeschwüre. Treten während der Therapie Blähungen auf, so ist vor dem Essen eine Kamillen-/Fenchelteemischung zu verabreichen. Unterstützend zur Safttherapie empfehlen Naturärzte die Anwendung von Kompressen aus frischen Kohlblättern auf die Magen- und Darmgegend.

Generell lässt sich sagen, dass der Kohl verschiedene Heilwirkungen aufweist. Er wirkt entgiftend, schmerzlindernd, harntreibend, abführend, verdauungsfördernd und entzündungshemmend. Er soll die Arteriosklerose verlangsamen, normalisiert bei kurmäßiger Anwendung den Blutdruck und stärkt die Abwehrkräfte. Kohl (Absud) ist ein hervorragendes Blutreinigungsmittel. Für die Frühjahrskur zur Entgiftung werden täglich 5 Tassen Absud getrunken (3-6 Wochen). Bei Schlaflosigkeit, nervöser Erregung, Angst und Depressionen ist eine Kur mit dem frischen Presssaft zu empfehlen. Kindern verabreicht man dreimal täglich einen, Erwachsenen sechsmal täglich einen Esslöffel. Der Absud soll auch bei Leberzirrhose und Ruhr helfen, gleichzeitig ist er als Gurgelwasser bei Heiserkeit, Angina und eitriger Bronchitis einsetzbar. Die gleichzeitige Gabe von Kohlwasser, Kohlsalat, Kohlsuppe und Sauerkraut verstärkt den Heilungsprozess.

Kohl kann auch äußerlich angewendet werden. Warme und kalte Breiumschläge sowie Wickel (in warmen Kohlsaft getaucht) können bei Beschwerden wie Asthma, Zahnschmerzen, Neuralgien, Brandwunden, Insektenstichen, Blutergüssen, Frostbeulen, Akne, Herpes, Blasenkatarrh, Bronchitis, Ekzemen, Flechten, Kopfschmerzen, Venenentzündungen, Nierenbeckenentzündungen, Verrenkungen, Muskelschmerzen, Krampfadern und Hämorrhoiden, helfen.

Dazu werden Kohlblätter für einen Umschlag mit lauwarmen Wasser abgespült und getrocknet,mit einer Teigrolle gewalkt, dazu vorher die Mittelrippe entfernen. Den Kohlbrei in einem Mulltuch auf die betreffende Stelle legen, mit einem Baumwolltuch umhüllen und mit einer Binde leicht befestigen. Der Umschlag wird zweimal täglich gewechselt. Man kann die Blätter auch in heißem Wasser erwärmen oder sie werden mit einem Bügeleisen erwärmt und geglättet.
Feuchtheiße Wickel nach Kneipp werden wirkungsvoller, wenn diese vor dem Auflegen in heißes Kohlwasser getaucht werden.
Zur Erhöhung der Wirkungsweise werden durch den Naturarzt Messegue´ noch zusätzlich 10 Minuten Hand- und Fußbäder empfohlen, so warm wie möglich, dabei morgens die Hand- und abends die Fußbäder.

Quellen: Günther H. Heepen, Bamberg in Pflanzenheilkunde, "Weg zur Gesundheit" BBD 11/12/2007,Lexika

Dosch ( Doris )


05.10.2009

 

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