Erster Sonntag im Oktober: kirchliches Erntedankfest
Kultische Erntefeste sind so alt wie der Ackerbau. Der rituelle Dank für eine gute Ernte wird schon seit Urzeiten in allen Regionen gefeiert. Das kirchliche Erntedankfest, das auf das alte jüdische Laubhüttenfest zurückgeht, wird am Sonntag nach Michaelis begangen.
Früchte und Pflanzen des Feldes und der Gärten werden dekorativ auf dem Altar aufgebaut und später den Dorfarmen geschenkt. Noch heute rufen die Kirchen vor diesem Tag die Bevölkerung zu Obst- und Gemüse-Spenden auf, die nach dem Fest an die "Tafeln" für sozial Schwache verteilt werden.
Erntefest
Das bäuerliche Erntefest mit Umzug und Anbringen der Erntekrone auf den Gutshöfen und Bauerdörfern, in Mecklenburg auch Austköst oder Oornbier genannt, feierte man mit Musik, Tanz und reichlichem Essen, oftmals in der großen Mitteldiele der mächtigen schilfgedeckten Hallenhäuser. Beliebte Gerichte waren Rindfleisch mit Pflaumen, Hering und Schinken.
Das Fest wurde gefeiert, wenn der letzte Erntewagen im Dorf war. Am Abend vor dem Fest wurde die Erntekrone aus Fichtenzweigen und Kornähren gebunden, umwickelt mit Schnüren von Hagebutten, leuchtend rotem Klatschmohn, Margeriten, Kornblumenblau, goldgelben Sonnenblumen, Maiskolben und bunten Bändern.
Die prachtvolle Erntekrone wurde mit einem feierlichen Erntekranzspruch von einer jungfräulichen Kornbinderin dem Gutsherren übergeben und von den Knechten und Mägden im Festhaus angebracht.
Bis zum 24. Oktober mussten die Felder geräumt sein und das Erntefest stattgefunden haben. Dienstbotenwechsel in Mecklenburg - "Treckeldag".
Quelle. "von Timmerjahn, Hollerblüh und Bettstroh..." von Christiane Freud
LG Doris
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