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Pflanzennamen: Was lateinische Namen über eine Pflanze verraten

Wer schon einmal in einer Gärtnerei unterwegs war, kennt das: Auf dem Schild steht nicht nur "Lavendel", sondern Lavandula angustifolia. Oder aus der Hortensie wird plötzlich Hydrangea macrophylla. Für viele Hobbygärtner wirken diese Bezeichnungen zunächst abschreckend. Dabei steckt hinter den lateinischen Namen ein überraschend einfaches System, das sogar bei der Auswahl der passenden Pflanze helfen kann.

Lateinische Pflanzenbezeichnungen

Warum Pflanzen überhaupt lateinische Namen haben

Pflanzen tragen in verschiedenen Regionen oft unterschiedliche deutsche Namen. Was in einer Gegend als Glockenblume bekannt ist, heißt anderswo vielleicht Marienglocke. Um Missverständnisse zu vermeiden, verwenden Botaniker weltweit ein einheitliches System.
Jede Pflanze erhält einen wissenschaftlichen Namen, der überall auf der Welt gleich ist. So ist eindeutig klar, um welche Art es sich handelt, unabhängig davon, in welchem Land oder in welcher Sprache darüber gesprochen wird.

Zweigeteilt

Woher die Zweiteilung beim Namen kommt

Der wissenschaftliche Name setzt sich in der Regel aus zwei Begriffen zusammen. Der erste bezeichnet die Gattung. Sie fasst eng verwandte Pflanzen zusammen. Der zweite benennt die Art und unterscheidet sie von anderen Vertretern derselben Gattung.

Ein bekanntes Beispiel ist der Lavendel, Lavandula angustifolia. Lavandula steht für die Gattung Lavendel, angustifolia bedeutet übersetzt "schmalblättrig". Bereits der Name verrät also ein typisches Merkmal der Pflanze.

Viele Begriffe beschreiben Eigenschaften. Wer einige einige lateinische Wörter kennt, kann Pflanzenschilder deutlich leichter lesen. Oft geben sie Hinweise auf Aussehen, Wuchs oder Farbe, wie in den folgenden Beispielen:

Alba bedeutet weiß: Eine Sorte mit dem Zusatz alba trägt in der Regel weiße Blüten.
Rubra steht für rot: Nana bedeutet klein oder zwergförmig und die Pflanzen mit diesem Zusatz bleiben meist deutlich kompakter als die Ausgangsart.
Pendula weist auf überhängende Zweige hin, eben wie ein Pendel.
Grandiflora bedeutet großblütig.

Nicht selten verrät der botanische Name, aus welcher Region eine Pflanze ursprünglich stammt.
Japonica weist auf Japan hin.
Sinensis bedeutet chinesisch.
Virginiana verweist auf Virginia in Nordamerika.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Pflanze nur dort gedeiht. Die Bezeichnungen geben meist Auskunft über den ursprünglichen Fundort oder das natürliche Verbreitungsgebiet.

Sortennamen machen den Unterschied

Was man bei der Benennung außerdem wissen sollte

Neben Gattung und Art findet sich häufig noch ein dritter Bestandteil. Dieser steht meist in Anführungszeichen und bezeichnet eine bestimmte Züchtung.

So gibt es beispielsweise den Sonnenhut Echinacea purpurea in zahlreichen Sorten wie 'Magnus', 'White Swan' oder 'Green Jewel'. Sie gehören alle zur gleichen Art, unterscheiden sich aber etwa in Blütenfarbe, Höhe oder Blütezeit.
Gerade beim Pflanzenkauf lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf den vollständigen Namen.

Zwei Pflanzen können denselben deutschen Namen tragen und dennoch ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen.

Muss man sich die Namen merken?

Nein. Niemand muss botanische Bezeichnungen auswendig lernen, um Freude am Gärtnern zu haben. Wer jedoch häufiger Pflanzen kauft oder gezielt nach bestimmten Sorten sucht, profitiert von einem Grundverständnis. Die wissenschaftlichen Namen helfen dabei, Verwechslungen zu vermeiden und genau die Pflanze zu finden, die zu den eigenen Gartenbedingungen passt.
Mit der Zeit erkennt man viele Begriffe ganz automatisch wieder. Was zunächst kompliziert erscheint, entwickelt sich oft zu einer praktischen Orientierungshilfe.

Worauf es bei Pflanzen wirklich ankommt

Verrate uns: Gibt es eine Pflanze, deren lateinischer Name dir besonders gut gefällt oder die du wegen ihres Namens ausgewählt hast?

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