Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

Wieder Lust an der Lust

Gelegentliche Veränderungen im Sexualleben sind nichts Ungewöhnliches. Gerade wenn eine Beziehung schon viele Jahre besteht, kann es vorkommen, dass die Lust zeitweise in den Hintergrund tritt. Stress und Hektik im Alltag spielen dabei ebenso eine Rolle wie gesundheitliche Veränderungen oder Probleme in der Partnerschaft. Das bedeutet aber nicht, dass die gemeinsame Sexualität deshalb dauerhaft verloren sein muss.

Es sind außerdem nicht immer psychische Gründe, wenn das Liebesleben einschläft. Hormonelle Veränderungen, Erkrankungen oder bestimmte Medikamente können die Lust ebenfalls beeinflussen. Auch körperliche Beschwerden, die mit Sexualität verbunden sind, können dazu führen, dass Nähe irgendwann eher vermieden wird. Wichtig ist deshalb, nicht vorschnell davon auszugehen, dass mit der Beziehung oder mit einem selbst etwas nicht stimmt.

Ein erster Schritt kann sein, miteinander darüber zu sprechen. Wer seine Sorgen und Wünsche verschweigt, lässt dem anderen viel Raum für Vermutungen. Ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Partner kann deshalb helfen, besser zu verstehen, was sich verändert hat. Wenn körperliche Beschwerden eine Rolle spielen, kann auch ein Gespräch mit dem Hausarzt sinnvoll sein.

Sich in der Küche umarmendes Paar

Stress und Hektik: Frust statt Lust

Unser Alltag lässt manchmal wenig Raum für Entspannung. Termine, Arbeit, Haushalt, familiäre Verpflichtungen oder gesundheitliche Sorgen beschäftigen uns auch dann noch, wenn eigentlich Zeit für die Partnerschaft wäre. Wer ständig unter Anspannung steht, kann deshalb Schwierigkeiten haben, sich auf Nähe und Sexualität einzulassen.

Problematisch wird vor allem dauerhafter Stress, wenn die nötige Erholung fehlt. Dann kann es passieren, dass man zwar eigentlich gerne Zeit mit dem Partner verbringen möchte, aber trotzdem nicht die Ruhe findet, um sich aufeinander einzulassen.

TIPP: Erst einmal zur Ruhe kommen
Es kann helfen, nach einem anstrengenden Tag nicht sofort mit den Problemen des Alltags in die gemeinsame Zeit zu starten. Ein Spaziergang, ein Bad, ein gutes Buch oder einfach etwas Ruhe können dabei helfen, Abstand zu gewinnen. Auch ein gemeinsamer Abend muss nicht mit der Erwartung beginnen, dass daraus Sex entstehen soll. Manchmal kommt die Lust erst zurück, wenn der Druck, dass sie jetzt unbedingt da sein muss, nachlässt.


Probleme in der Partnerschaft

Ob Sexualität als befriedigend erlebt wird, hängt nicht allein von körperlichen Voraussetzungen ab. Auch die Beziehung selbst spielt eine wichtige Rolle. Enttäuschungen, ungelöste Konflikte oder das Gefühl, vom Partner nicht mehr wahrgenommen zu werden, können die Lust beeinträchtigen.

Manchmal ist es gar nicht der große Streit, der sich auf die Sexualität auswirkt. Auch wenn im Alltag nur noch Organisatorisches besprochen wird und gemeinsame Zeit immer seltener wird, kann die Nähe darunter leiden. Wer sich emotional voneinander entfernt, findet möglicherweise auch körperlich schwerer wieder zueinander.

TIPP: Miteinander reden
Wenn sich etwas verändert hat, sollte man nicht darauf warten, dass der andere es von selbst bemerkt. Dabei muss es nicht sofort um die Frage gehen, wie das Sexualleben wieder „funktionieren“ kann. Oft ist es hilfreicher, zunächst darüber zu sprechen, wie beide die Situation erleben und was ihnen fehlt. Auch gemeinsame Unternehmungen oder kleine Aufmerksamkeiten können dabei helfen, wieder mehr Nähe entstehen zu lassen.

Liegen die Probleme in der Beziehung tiefer, sollte man sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Paar- oder Sexualberatung kann dabei helfen, festgefahrene Situationen zu lösen und wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.


Leistungsdruck

Älteres Paar zärtlich im Bett

Auch die eigenen Vorstellungen davon, wie Sexualität sein sollte, können die Lust beeinträchtigen. Wer sich fragt, wie häufig andere Paare miteinander schlafen, wie lange Sex dauern sollte oder ob die eigene Sexualität noch genauso aufregend ist wie früher, setzt sich leicht selbst unter Druck.

Dabei gibt es keine allgemeingültige Regel dafür, wie häufig ein Paar Sex haben sollte oder was zu einer erfüllten Sexualität gehört. Bedürfnisse können sich im Laufe des Lebens verändern und müssen auch innerhalb einer langjährigen Beziehung nicht immer gleich sein.

TIPP: Nähe nicht an Leistung messen
Sexualität besteht nicht nur aus Geschlechtsverkehr. Zärtlichkeiten, Kuscheln, Berührungen oder eine Massage können ebenso wichtig sein. Es geht nicht darum, eine bestimmte Leistung zu erbringen oder eine frühere Form der Sexualität wiederherzustellen. Viel wichtiger ist, herauszufinden, was sich für beide gut anfühlt.

Auch körperliche Veränderungen sollten dabei berücksichtigt werden. Schmerzen beim Sex, vaginale Trockenheit oder Erektionsprobleme können dazu führen, dass Sexualität mit Unsicherheit oder unangenehmen Erfahrungen verbunden wird. Solche Beschwerden müssen nicht einfach hingenommen werden. Ein Gespräch mit dem Arzt kann klären, ob eine Behandlung möglich ist.


Wenn die Lust länger ausbleibt

Manchmal lässt sich die nachlassende Lust nicht allein durch weniger Stress oder mehr gemeinsame Zeit erklären. Erkrankungen, hormonelle Veränderungen und bestimmte Medikamente können ebenfalls eine Rolle spielen. Gerade wenn sich die Lust deutlich und über längere Zeit verändert hat, lohnt es sich deshalb, auch körperliche Ursachen abklären zu lassen.

Das gilt besonders dann, wenn weitere Beschwerden hinzukommen. Bei Frauen können beispielsweise Veränderungen rund um die Wechseljahre die Sexualität beeinflussen. Bei Männern können Erektionsprobleme oder andere körperliche Veränderungen dazu führen, dass sexuelle Begegnungen schwieriger werden. Für viele dieser Beschwerden gibt es Behandlungsmöglichkeiten.


Fazit

Die Lust kann sich im Laufe einer Beziehung verändern, ohne dass deshalb etwas grundsätzlich nicht stimmt. Manchmal braucht es mehr Ruhe, manchmal mehr Nähe und manchmal eine offene Aussprache über Dinge, die bisher unausgesprochen geblieben sind. Wenn körperliche Beschwerden oder Medikamente eine Rolle spielen, kann eine ärztliche Abklärung weiterhelfen.

Wer sich selbst und dem Partner etwas Zeit lässt und nicht versucht, einem bestimmten Bild von Sexualität zu entsprechen, kann auch nach vielen gemeinsamen Jahren neue Wege finden, Nähe und Lust miteinander zu erleben.

Artikel Teilen

 

Artikel bewerten
4 Sterne (17 Bewertungen)

Nutze die Sterne, um eine Bewertung abzugeben:


6 5 Artikel kommentieren
Themen > Leben > Liebe und Sexualität im Alter > Wieder Lust an der Lust