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Heringsessen am Aschermittwoch
Wenn FAler schwarz tragen ..... dann ist zum Glück niemand aus der Mainzer Regiogruppe gestorben, nein, die Fastnacht wird zu Grabe getragen. Und das seit 2016 – bis auf die Pandemiejahre 2021 und 2022 – bereits zum neunten Mal. So geschehen am Aschermittwoch, dem 18. Februar. Traditionsgemäß hatte Renate/Schmiermaxe wieder dazu eingeladen.
Und so versammelten sich mit Trauerkleidung und schwarzer Kopfbedeckung 16 gar nicht so traurige, sondern eher lustige und hungrige Mitglieder im Hechtsheimer Rebenhof, um dieses Ereignis würdig zu begießen und Hering und Pellkartoffel zu genießen.
Bevor es soweit war, begrüßte Elke/Sunny322 die Trauergemeinde mit einer bewegenden Abschiedsrede:
„Liebe Trauergemeinde, verehrte Narren, Närrinnen und solche, die es gestern noch waren!
Wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen. Abschied von einer geliebten Zeit – der Fastnacht.
Sie liegt nun vor uns: erschöpft, heiser, mit Konfetti in den Haaren und Resten von Glitzer an Stellen, die wir lieber nicht benennen.
Die Fastnacht war eine treue Begleiterin: Sie brachte uns Freude, Frohsinn und Kopfschmerzen. Sie ließ uns singen, tanzen und Dinge sagen, für die wir uns heute entschuldigen müssen. Und sie brachte uns dazu, Menschen zu umarmen, deren Namen wir bis heute nicht kennen.
Es war schrill, laut und unvernünftig. So wie wir.
Nun ist alles vorbei.
Die Musik schweigt.
Die Kostüme wandern zurück in die Kiste.
Und aus „Helau“ wird wieder „Guten Morgen – Kaffee schwarz, bitte.“
Wir gedenken der Fastnacht, die sich ins Zeug gelegt hat und nun völlig erschöpft heute am Aschermittwoch in die Arme des Herings fällt.“
Spätestens an dieser Stelle wurden die Spitzen-Taschentücher (Serviette ging auch) gezückt und unter Wehklagen gejammert und geweint.
Doch es ging noch weiter:
„Der Hering ist heute nicht einfach ein Fisch, er ist Therapeut, Seelsorger und Detox Programm in einem. Er hilft gegen Kater, Reue und vage Erinnerungslücken nach dem Motto: Ich weiß nicht mehr was ich getan habe, aber der Hering wird’s schon richten.
Und während wir hier sitzen und brav unseren Hering kauen, denken wir zurück an die schönen Stunden, an die Büttenreden, bei denen keiner wusste, worum es eigentlich ging. An die Tanzmariechen, die die Beine schwangen und an die Männer, die dachten, sie können es auch.
Doch keine Sorge liebe Freunde, die Fastnacht ist nicht tot. Sie schläft irgendwo zwischen Putzlappen und Pfandflaschen.
In 364 Tagen steht sie wieder auf,
frisch, laut und rücksichtslos
gegen Leber, Schlaf und Vernunft.
Bis dahin sagen wir:
Leb wohl, du schöne, wilde Zeit!
Ruhe sanft unter Asche, Konfetti und Kater.
Lasst uns also diesen Moment genießen
Gemeinschaft, gutes Essen
Und das beruhigende Gefühl,
dass wir die Fastnacht würdig beendet haben –
mit Würde, Haltung, Tränen, Sahnesoße und Zwiebeln.“
Elke schloss mit den Worten:
„Lasst uns anstoßen auf die Fastnacht die hinter uns liegt, auf den Hering, der vor uns liegt und auf die Gewissheit, dass wir nächstes Jahr alles ganz genauso wieder machen!
In diesem Sinne - nach dem Hering ist vor dem nächsten Helau.
Guten Appetit und einen schönen Aschermittwoch !“
Eine hervorragende, gekonnt vorgetragene Rede, die mit viel Applaus – auch von den anderen anwesenden Gästen – bedacht wurde.
Und wie Elke es vorhergesagt hatte .... schon bald lag der prächtig dekorierte eingelegte Hering „Hausmacher Art“ vor uns, standen die dampfenden Pellkartoffel in den Schüsseln auf dem Tisch und alles wurde „ratzebutz“ (für Nicht-Mainzer: „restlos“) vertilgt. Wer nicht zu den Fischesser zählte - ja, auch diese gab es - für den hatte die Küche des Rebenhofs Wildgulasch, Meenzer Handkäs und andere Leckereien auf der Karte.
Das Essen hatte einige aber dann doch müde gemacht, so dass sie sich zeitig verabschiedeten. Wir anderen blieben noch eine Weile zusammen sitzen, tranken und plauderten. Es war wieder ein schöner Beginn des neuen Jahres, dem hoffentlich noch zahlreiche Begegnungen und schöne Stunden folgen werden.
Hier noch einige schöne Bilder des Abends - das Album mit allen Fotos kannst Du sehen, wenn Du hier klickst
Der Saal im Rebenhof erwartet uns !
Beim Leichenschmaus nach der Beerdigung darf gelacht werden !
Wo bleibt der Hering ?
Muntere Unterhaltung und Anekdoten werden ausgetauscht.
Ach, was war das wieder schön !
(eingestellt am 23.2.26)
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