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E-Auto-Mythen im Faktencheck: Was stimmt wirklich?

Zu teuer, zu wenig Reichweite, kaum Ladesäulen und beim Wiederverkauf kaum noch etwas wert? Rund um Elektroautos halten sich viele Vorurteile hartnäckig. Doch wie viel Wahrheit steckt tatsächlich dahinter? Ein Faktencheck zeigt, wo die Bedenken berechtigt sind – und wo sich die Technik inzwischen deutlich verändert hat.

E-Auto

Wer derzeit an der Tankstelle steht, dürfte sich zweimal überlegen, wie lange er noch für jeden gefahrenen Kilometer bezahlen möchte. Benzin und Diesel sind in Deutschland so teuer wie nie zuvor. Am 16. September 2026 kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,314 Euro, Diesel lag sogar bei 2,453 Euro.
Da liegt der Gedanke nahe: Könnte ein Elektroauto im Alltag günstiger sein?
Vieles, was über E-Autos erzählt wird, stammt noch aus einer Zeit, in der Elektroautos deutlich weniger Auswahl, Reichweite und Ladeinfrastruktur boten. Zeit also aufzuräumen mit dem ein oder anderen Mythos über E-Autos.

Mythos 1: „E-Autos sind doch viel zu teuer!“

Das stimmt so nicht mehr ganz.
Ein Elektroauto kann in der Anschaffung teuer sein, insbesondere wenn ein großer Akku und viel Reichweite gewünscht sind. Dagegen steuern will jetzt die deutsche Bundesregierung aber mit ihrer E-Auto-Prämie.

Privatpersonen können beim Kauf oder Leasing eines förderfähigen Neuwagens unter bestimmten Voraussetzungen zwischen 1.500 und 6.000 Euro erhalten.
Für reine Elektroautos beträgt die Basisförderung 3.000 Euro. Bei einem Einkommen unter 60.000 Euro gibt es einen weiteren Zuschlag von 1.000 Euro. Unter 45.000 Euro kommen weitere 2.000 Euro hinzu.
Damit kann ein reines E-Auto im besten Fall mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden.

Hinzu kommt eine weitere Vergünstigung: Reine Elektrofahrzeuge, die zwischen 2026 und 2030 erstmals zugelassen werden, können von der Kfz-Steuer befreit werden. Die Steuerbefreiung ist längstens bis Ende 2035 möglich.

Mythos 2: „Mit einem E-Auto kommt man doch nicht weit.“

Das war einmal ein deutlich größeres Problem.
Die Reichweite moderner Elektroautos reicht inzwischen – je nach Modell – von einigen hundert Kilometern bis deutlich über 600 Kilometer nach WLTP. Der ADAC führt 2026 zahlreiche Modelle mit mehr als 500 Kilometern Normreichweite auf.

Natürlich gilt: Die tatsächliche Reichweite ist nicht immer identisch mit der Werksangabe. Kälte, hohe Geschwindigkeit, Heizung, Klimaanlage, Beladung und Fahrweise können den Verbrauch erhöhen. Gerade im Winter kann die Reichweite deutlich sinken.

Fakt ist: Allein zwischen 2015 und 2023 ist die Reichweite von E-Autos um knapp 75 % gestiegen. Bei kleinen E-Autos lag die durchschnittliche Reichweite 2023 bei etwa 150 km – also nur wenig höher als 2015.• Bei mittelgroßen E-Autos und SUVs gab es dagegen deutliche Fortschritte, bei mittelgroßen Autos von ca. 150 km (2015) auf ca. 380 km (2023), bei SUVs von ca. 270 km (2015) auf ca. 380 km (2023)

Mythos 3: „Das Aufladen ist zu anstregend!“

Lademöglichkeiten

Das ist vermutlich eines der stärksten Argumente gegen ein Elektroauto – vor allem für Menschen ohne eigenen Stellplatz.

Trotzdem: die Ladeinfrastruktur wächst. Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren am 1. August 2026 in Deutschland 156.399 Normalladepunkte und 55.665 Schnellladepunkte registriert. Insgesamt standen damit mehr als 212.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung.

Wer einen eigenen Stellplatz hat, kann eine Wallbox installieren und das Auto über Nacht laden. Mit einer zusätzlichen Photovoltaikanlage lässt sich ein Teil des benötigten Stroms sogar selbst erzeugen. Genau deshalb sind die individuellen Ladekosten ein wichtiger Faktor bei der Frage, ob sich ein E-Auto finanziell lohnt.

Aber: Wer in einer Wohnung ohne eigenen Stellplatz lebt, hat es schwieriger. Hier bleibt das öffentliche oder möglicherweise am Arbeitsplatz vorhandene Ladeangebot entscheidend.

Mythos 4: „Der Akku ist doch nach ein paar Jahren kaputt.“

Auch dieses Bild hält sich hartnäckig.

Moderne Antriebsbatterien sind aber tatsächlich auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Hersteller geben häufig Garantien auf die Batterie, beispielsweise über acht Jahre oder 160.000 Kilometer, wobei eine bestimmte Mindestkapazität garantiert wird.
Das bedeutet nicht, dass ein Akku nach acht Jahren plötzlich unbrauchbar ist. Die nutzbare Kapazität nimmt mit der Zeit ab, ähnlich wie bei vielen anderen Batterien. Entscheidend ist vielmehr, wie stark. Eine aktuelle Auswertung von Geotab aus dem Jahr 2026 bestätigt das: Dafür wurden die Batteriedaten von mehr als 22.700 Elektrofahrzeugen aus 21 Marken und Modellen untersucht. Die durchschnittliche Degradation lag bei lediglich 2,3 Prozent pro Jahr.

Mythos 5: „Ein E-Auto hat doch einen miserablen Wiederverkaufswert.“

Ganz von der Hand zu weisen ist die Sorge nicht: Laut DAT waren drei Jahre alte E-Autos im März 2025 im Durchschnitt noch 51,5 % ihres ursprünglichen Neupreises wert. Bei Benzinern waren es 64,0 %, bei Dieseln 62,7 %.
Gleichzeitig sollte man daraus nicht ableiten, dass jedes E-Auto automatisch einen schlechten Wiederverkaufswert hat. Entscheidend sind unter anderem Modell, Alter, Laufleistung, Ausstattung, Batteriezustand und die Entwicklung der Neuwagenpreise.

Ein Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt zeigt aber auch neue Bewegung: 2025 stieg so zum Beispiel das Angebot gebrauchter E-Autos auf AutoScout24 in Deutschland um 6 %, ihr Anteil am Gesamtangebot lag bei 6,5 %.

Kurz gesagt: E-Autos hatten zuletzt im Durchschnitt einen höheren Wertverlust als vergleichbare Verbrenner. Der Wiederverkaufswert hängt aber stark vom konkreten Modell und der Marktentwicklung ab.

gebrauchte E-Autos

Fazit

Viele verbreitete Mythen über E-Autos halten einer genaueren Betrachtung nicht stand. Trotzdem ist ein Elektroauto nicht für jeden Alltag gleichermaßen geeignet. Wer zu Hause laden kann und überwiegend überschaubare Strecken fährt, profitiert häufig von den praktischen und wirtschaftlichen Vorteilen. Bei häufigen Langstrecken oder fehlender Lademöglichkeit zu Hause spielen dagegen Reichweite, Ladezeiten, Kosten und die verfügbare Ladeinfrastruktur eine größere Rolle.
Die neue E-Auto-Prämie der Bundesregierung sowie ein attraktiveres Gebrauchtwagenfeld für E-Autos sind dennoch spannende Faktoren, die man bei der Wahl des nächsten Kfz berücksichtigen sollte.

Wie sind deine Erfahrungen mit E-Autos? Fährst du schon elektrisch, denkst du über einen Wechsel nach – oder kommt ein E-Auto für dich eher nicht infrage?

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