Eichendorff, Joseph Freiherr von (10.3.1788-1857)SchneeglöckchenS` war doch wie ein leises SingenIn dem Garten heute Nacht,Wie wenn laue Lüfte gingen:"Süße Glöcklein, nun erwacht,Denn die warme Zeit wir bringen,Eh's noch jemand hat gedacht."'s war kein Singen, 's war ein Küssen,Rührt die stillen Glöcklein sacht,Daß sie alle tönen müssenVon der künftgen bunten Pracht.Ach, sie konntens nicht erwarten,Aber weiß vom letzten SchneeWar noch immer Feld und GartenUnd sie sanken um vor Weh.So schon manche Dichter strecktenSangesmüde sich hinab,Und der Frühling, den sie weckten,Rauschte über ihrem Grab.
Eichendorff, Joseph Freiherr von (10.3.1788-1857)SchneeglöckchenS` war doch wie ein leises SingenIn dem Garten heute Nacht,Wie wenn laue Lüfte gingen:"Süße Glöcklein, nun erwacht,Denn die warme Zeit wir bringen,Eh's noch jemand hat gedacht."'s war kein Singen, 's war ein Küssen,Rührt die stillen Glöcklein sacht,Daß sie alle tönen müssenVon der künftgen bunten Pracht.Ach, sie konntens nicht erwarten,Aber weiß vom letzten SchneeWar noch immer Feld und GartenUnd sie sanken um vor Weh.So schon manche Dichter strecktenSangesmüde sich hinab,Und der Frühling, den sie weckten,Rauschte über ihrem Grab.