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Redewendung: "Den Löffel abgeben"

Von Bekassine Donnerstag 10.09.2026, 12:42

Bild: KI generiert Carmen Heller

Der Löffel war dabei mehr als bloß ein Gebrauchsgegenstand.

Im mittelalterlichen Volksglauben galt der Dreizack als Symbol des Teufels. Kein Wunder also, dass man dreizinkige Gabeln mit Argwohn betrachtete. Wer fromm war, mied die Gabel und aß lieber mit den Fingern oder mit einem Löffel.

Gerade in ärmeren Haushalten besaß jedes Familienmitglied nur einen einzigen eigenen Löffel, mit dem Suppe, Brei und Eintopf gegessen wurde. Dieser wurde nach der Mahlzeit gereinigt und auf einem hölzernen Löffelbrett aufbewahrt – oder, bei Handwerkern und Reisenden, sogar am Gürtel getragen.

Der eigene Löffel war ein lebenslanger Begleiter. Starb jemand, wurde sein Löffel weitergegeben – meist an ein Kind oder Familienmitglied, das bisher keinen eigenen besaß.
So entstand der Ausdruck „den Löffel abgeben“ als Umschreibung für das Lebensende. Der Tod bedeutete nicht nur das Ableben, sondern auch das symbolische Weiterreichen eines Lebensplatzes in der Gemeinschaft.

(Historikerin: Carmen Heller)

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