Achtung, ansteckend fröhlich!
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Feierabend-Mitglied
Montag 28.04.2025, 23:02 – geändert Dienstag 29.04.2025, 01:06
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Vor ein paar Jahren setzte ich mit der Fähre von Perth nach Rottnest Island über. Die salzige Brise kitzelte meine Nase, und schon nach einer halben Stunde erreichte ich Rottnest Island – ein kleines Paradies, autofrei und mit einer ganz besonderen Ruhe. Überall sah ich sie dann: kleine, rundliche Gestalten, die auf ihren kräftigen Hinterbeinen saßen oder gemächlich über die Wege und durch das niedrige Buschwerk hüpften.
Das waren Quokkas. Sie waren etwa so groß wie eine kräftige Hauskatze, hatten ein dichtes, braun-graues Fell und kleine, runde Ohren, die aufmerksam in die Welt lauschten. Aber das Besondere an ihnen war dieses scheinbar permanente Lächeln. Ihre Gesichtszüge wirkten einfach immer freundlich und einladend, als würden sie jeden Besucher mit einem stillen "G'Day Mate" begrüßen. Ihre kleinen, dunklen Augen schauten neugierig, aber nicht aufdringlich.
Als ich das erste Mal einem Quokka begegnete, war es ganz unerwartet. Ich schlenderte gerade einen sandigen Pfad entlang, die Sonne wärmte meine Haut, und plötzlich saß da eines am Wegesrand und knabberte genüsslich an einem saftigen, grünen Blatt. Es hob kurz den Kopf, musterte mich mit seinen kleinen, dunklen Augen und fraß dann seelenruhig weiter. Es wirkte völlig entspannt und unbeeindruckt von meiner Anwesenheit.
Ich musste unwillkürlich lächeln. Dieses kleine Wesen strahlte so eine friedliche und positive Energie aus. Es war, als würde seine bloße Anwesenheit die ganze Umgebung mit guter Laune erfüllen. Ich kniete mich vorsichtig hin, um es besser zu beobachten, und es schien überhaupt kein Problem damit zu haben. Es putzte sich kurz mit seinen winzigen Vorderpfoten, und dieses sanfte Lächeln blieb unentwegt in seinem Gesicht.
In diesem Moment verstand ich den ganzen "Quokka-Hype" im Internet. Es ist nicht nur ihr unglaublich niedliches Aussehen, sondern diese unaufdringliche Freundlichkeit, diese scheinbare tiefe Zufriedenheit mit der Welt, die einfach ansteckend ist. Es war ein ganz unkompliziertes, reines Glücksgefühl, diesem kleinen Beuteltier so nah zu sein und seine unbeschwerte Art zu erleben. Und ja, in diesem Augenblick hätte ich wirklich nicht anders gekonnt, als gute Laune zu bekommen. Es schien schlichtweg unmöglich, bei diesem kleinen, lächelnden Geschöpf auch nur den Hauch einer schlechten Stimmung zu bewahren.
Ach ja, und der Name der Insel, Rottnest Island, ist auch eine interessante Geschichte für sich. Er verdankt sich tatsächlich diesen kleinen, gut gelaunten Quokkas – allerdings auf eine etwas kuriose Weise. Als der niederländische Entdecker Willem De Vlamingh die Insel im Jahr 1696 entdeckte, hielt er die Quokkas irrtümlicherweise für große Ratten. Daher nannte er die Insel "Rattennest-Insel". "Rattennest" ist die wörtliche Übersetzung von "Rottnest" aus dem Niederländischen. Ironischerweise hat also eine Verwechslung mit Nagetieren dieser friedlichen und lächelnden Insel ihren Namen gegeben!