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Tasmanische Teufel – Mehr Bluff als Biss

Von Feierabend-Mitglied 25.09.2022, 10:25 – geändert 27.04.2025, 02:27


Der Tasmanische Teufel ist eines der faszinierendsten und zugleich ungewöhnlichsten Säugetiere Australiens. Er lebt ausschließlich auf der wilden, grünen Insel Tasmanien und ist trotz seines furchteinflößenden Namens und Rufs nicht größer als ein kleiner Hund. Als Beuteltier ist er mit Koalas und Kängurus verwandt, doch sein Wesen und seine Erscheinung wirken auf viele weitaus rauer.

Seinen schaurigen Namen verdankt der Tasmanische Teufel seinem Verhalten in der Dunkelheit. Nachts streift er durch Wälder und Wiesen, immer auf der Suche nach Nahrung. Dabei knurrt, kreischt und schreit er so lautstark, dass frühe Siedler dachten, böse Geister würden ihr Unwesen treiben. Besonders wenn sich mehrere Teufel an einem Kadaver versammeln, wird die Szenerie zu einem Spektakel aus grellen Lauten, Zähnefletschen und aggressiven Gesten. Doch was auf uns wild und furchteinflößend wirkt, hat in der Welt der Teufel eine ganz eigene Bedeutung.

Ein weit aufgerissenes Maul, das bedrohlich aussieht, ist oft kein Zeichen von Angriffslust, sondern Ausdruck von Angst oder Unsicherheit. Ein übler Geruch, der gelegentlich verströmt wird, entsteht nicht bei entspannten Tieren, sondern unter großem Stress. Selbst die heftigsten Knurr- und Schreikonzerte sind weniger Ausdruck echter Aggression als Teil eines Rituals, um Dominanz zu klären, ohne ernsthafte Kämpfe riskieren zu müssen.

Besonders kurios ist das typische Niesen der Tasmanischen Teufel, das häufig zu beobachten ist, wenn zwei Tiere kurz davorstehen, aneinanderzugeraten. Was für einen Außenstehenden nach einer Verkühlung klingt, ist tatsächlich ein beeindruckendes Bluff-Manöver. Es signalisiert den Beginn einer Konfrontation, die in den meisten Fällen durch Ritualverhalten beigelegt wird, bevor es zu ernsthaften Verletzungen kommt. Oft folgen ein intensives Nase-an-Nase-Starren und das leuchtend rote Aufglühen der Ohren – ein unmissverständliches Zeichen, dass es jetzt ernst wird. Meist reicht diese Inszenierung aus, und einer der Kontrahenten zieht sich zurück.

Trotz aller Dramatik sind Tasmanische Teufel weit mehr als furchterregende Schreihälse. In ihrer Gesellschaft herrschen klare Regeln, und vieles, was uns fremd erscheint, dient dem friedlichen Zusammenleben. In einer Welt, in der das Überleben oft hart erkämpft werden muss, sind diese kleinen Kämpfer wahre Meister im Vermeiden unnötiger Gewalt – eine Kunst, die vielleicht gar nicht so teuflisch ist, wie ihr Name vermuten lässt.

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