Meeresfrüchte so lecker ...
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Feierabend-Mitglied
27.04.2025, 05:09
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Warum Australier mehr Fisch essen als Deutsche. Ein kulinarischer Blick über den Tellerrand ...
In Australien riecht es nach Meer – nicht nur wegen der Brandung, sondern auch, weil irgendwo immer gerade Garnelen auf dem Grill liegen. Wer hier lebt, kommt an Seafood kaum vorbei. In Deutschland dagegen? Da landet häufiger die Wurst auf dem Teller als die Garnelen. Woran liegt das?
Australien ist ein Land der Küsten. Über 25.000 Kilometer davon umgeben das Land – und rund 90 Prozent der Bevölkerung leben in deren Nähe. Der Fischmarkt ist keine exotische Abteilung, sondern Alltag. Man kennt sich mit Snapper, Barramundi oder Mud Crab aus – viele fangen sie sogar selbst. Seafood ist hier nicht nur Nahrung, sondern Kultur: vom After-Work-Prawn im Garten bis zum Lagerfeuer mit frisch gefangenem Barramundi.
Und wer nicht selbst angelt, geht auf den Markt: Der berühmten Sydney Fish Market gehört zu den größten Fischmärkten der Welt. Frischer geht’s kaum – direkt vom Boot auf die Theke. Auch in kleineren Orten gibt es Märkte oder mobile Fischerstände, besonders am Wochenende. In Städten wie Melbourne, Hobart oder Darwin findet man neben heimischem Fisch auch asiatisch inspirierte Meeresfrüchteküche gleich zum Mitnehmen.
Die Auswahl in Australien ist dabei deutlich größer als in Deutschland – nicht nur wegen der riesigen Küstenlinie, sondern auch durch tropische und subtropische Gewässer, die eine Vielfalt an Fischarten und Meeresfrüchten ermöglichen. Von Austern über Lobster bis zu Reef Fish aus dem Great Barrier Reef – die Vielfalt ist überwältigend. Und oft ist Fisch hier auch günstiger, besonders wenn er saisonal und lokal gefangen wird. Während man in Deutschland für ein paar Garnelen tief in die Tasche greifen muss, kauft man sie in Australien gleich kiloweise.
Auch kulinarisch ist Australien offen: asiatische Currys mit Garnelen, italienische Meeresfrüchtepasta, vietnamesischer Fischsalat – all das gehört längst zum Standardrepertoire. Dazu kommt: Viele Australier achten auf gesunde Ernährung. Fisch gilt als leicht, eiweißreich und gesund. Fleisch? Auch gerne, Steaks auf dem BBQ.
In Deutschland ist Fisch etwas anderes. Zwar gibt es Nordsee und Ostsee, und wer an der Küste lebt, kennt sich aus mit Matjes, Krabben oder Scholle. Aber ein Großteil der Bevölkerung lebt weit weg vom Meer. Fisch ist teuer oder schwer erhältlich – also griff man lieber zu dem, was im Stall steht: Schwein, Rind, Huhn. Die deutsche Küche ist deftig, fleischlastig und traditionsbewusst. Wer Fisch zubereiten will, muss oft erstmal googeln.
Natürlich gibt es Ausnahmen: Fischbrötchen in Hamburg, die Forelle Müllerin im Schwarzwald, Heringssalat zu Silvester. Und natürlich auch Fischmärkte – der bekannteste ist der Hamburger Fischmarkt, der seit 1703 jeden Sonntagmorgen die Massen anzieht. Auch in Bremerhaven, Kiel oder Cuxhaven gibt es fangfrischen Fisch zu kaufen – aber je weiter man ins Binnenland kommt, desto seltener wird das Angebot. Fisch ist dort oft tiefgekühlt, eingelegt oder kommt aus Aquakultur – und er ist nicht gerade billig.
Was in Australien selbstverständlich ist, ist in Deutschland oft eine Ausnahme. Die Gründe dafür sind geografisch, kulturell und auch ein bisschen emotional. Wer mit Fisch aufgewachsen ist, dem ist er vertraut. Wer ihn nur als trockene Tiefkühlsemmel kennt, greift lieber zur Bratwurst.
Aber wer einmal barfuß am Strand mit einer Portion Fish & Chips in der Hand den Sonnenuntergang erlebt hat, der versteht vielleicht ein bisschen besser, warum Australier ihren Fisch so lieben.