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T-Bone am Strand – Aber mit den Fingern, bitte!

Von Feierabend-Mitglied 11.05.2025, 05:14 – geändert 11.05.2025, 05:15



Ein Abend am Strand, ein Grill, drei T-Bone-Steaks – mehr braucht es nicht, um Australien zu schmecken. Zwischen salziger Meeresluft, glühender Kohle und einem Glas Barossa Valley Cabernet Sauvignon zeigt sich, was „Down Under“ wirklich ausmacht: gutes Essen, entspannte Gesellschaft und ein bisschen Wildnis auf dem Teller.

Die Sonne stand schon tief über dem Buschland und warf lange Schatten. Ein paar Kinder kickten noch einen Ball in der Nähe der Dünen, aber die meisten Strandbesucher waren längst auf dem Heimweg. Nur wir – Alena, meine Nichte, und Chihiro, unsere japanische Au-pair – nicht. Für uns fing der Abend gerade erst an.

Vor dem Ute stand mein alter Weber. Die Kohlen glühten rot. Auf dem Rost brutzelten drei dicke T-Bone-Steaks. Man roch das Salz in der Luft – aber auch nach diesen unverwechselbaren Duft von Rindfleisch: rauchig, kräftig.

In Australien macht man kein großes Theater ums Steak. Etwas Olivenöl, frisch gemahlener Pfeffer, Meersalz. Vielleicht eine Knoblauchzehe, wenn man in Stimmung ist. Der Geschmack kommt vom Fleisch – und wenn es ein T-Bone ist, dann wird es ein Fest.

Auf der einen Seite das zarte Filet, auf der anderen der aromatische Rump. Und in der Mitte der Knochen, der das Ganze zusammenhält. So ein Steak isst man nicht brav mit Messer und Gabel – sondern benutzt ein scharfes Messer und isst mit den Fingern, direkt vom Schneidebrett, wenn’s sein muss auch vom Knie. In Deutschland mag das Essen mit den Fingern vielleicht als eher ungewöhnlich gelten – aber wer es einmal probiert hat, wird schnell feststellen, dass es viel besser schmeckt. Das Abnagen des Knochens ist dabei der eigentliche Höhepunkt.

Chihiro reichte uns ein Glas Cabernet Sauvignon – ein kräftiger Roter aus dem Barossa Valley, versteht sich – und wendete die Steaks mit der Grillzange. Kein Timer. Kein Stress. Nur Gefühl. Als sie fertig waren, legten wir sie zum Ruhen auf den Deckel der Kühlbox. Währenddessen kreierten wir schnell einen Salat aus Rucola, Avocado, Kirschtomaten und roten Zwiebeln.

Wir aßen mit gekreuzten Beinen im Sand. Die Steaks auf Schneidebrettern, über uns ein Himmel voller Sterne. Jeder Bissen war perfekt – außen knusprig, innen saftig, voller Geschmack nach Feuer, Freiheit und Wildnis.

Keine weißen Servietten. Kein Reservierungssystem. Nur ein T-Bone, ein Sonnenuntergang und das Meer zu unseren Füßen.

Das ist Australien. Und das ist unser Signature Dish.

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