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Sommer über der Mosel

Von Feierabend-Mitglied 15.07.2018, 19:33

Mit dieser kleinen Erzählung grüße ich Euch alle herzlich.

Von der Sonne durchglühter Tag auf der Ebene.

Die Luft ist Duft geschwängert von Strohballen, späten Rosen und dem Lavendel in den Gärten.
Durch die Wälder träumt der laue warme Sommerwind in den Tag hinein.
Mein Schritt, leise - doch nicht leise genug - der Eichelhäher warnt.
Es raschelt leicht abseits des Weges.
Kleingetier, das sich in Sicherheit bringt.
An der Kapelle über dem Fluss huscht ein Salamander vom heißen Stein um die Ecke und verschwindet im Laub des letzten Jahres.
Hoch über mir zieht der Bussard seine stillen Kreise und hält Ausschau. Noch muss wohl die Brut gefüttert werden.
Von Traktoren ausgefahren ist der Weg. In seinen Untiefen stehen noch Pfützen des Regens der vergangenen Nacht. Kleine Wolken spiegeln sich darin. Am Wegesrand leuchten Blumen, in helles Gelb gekleidet.

Tiefer Frieden liegt über dem Land – eine verschlafene Ruhe, aus der Ferne verkündet ein Glockenton den hohen Mittag.
Hinter der Wegbiegung ein Campingbus. Ein junges Paar liegt auf den Isomatten schlafend, Tisch und Stühle, Wasserflaschen und Baguettereste zeugen vom Imbiss.
Sie kommen von weither erzählt mir das Nummernschild. Ein leises Schnarchen begleitet meinen Weg noch ein Stück.
Ich tauche ein in die Dunkelheit des kleinen Waldes und betrete alte Eichenbohlen, die hinunter zur Aussichtsplattform führen.
Langsam, Stufe für Stufe steige ich hinab. Das Geländer lasse ich lieber aus. Ich traue ihm nicht und vertraue auf meine Trittsicherheit.
Eine letzte Biegung – da liegt der Fluss, strahlend das Himmelsblau wiedergebend.

Auch über ihm liegt diese träge Ruhe – die kleinen Motorboote sind weit entfernt. Kein Motorlärm dringt herauf zu mir.
Auf einem Baumstumpf sitzend tauche ich ein in die Vergangenheit. Ich höre das Kinderlachen, mager und splirrig im Wasser planschten wir am Ufer bei den Versuchen, einige Kaulquappen in ein altes Einweckglas zu bekommen.

Es waren viele solcher Sommertage in der Kinderzeit.
Sie fügen sich als besonders schöne Perle ein in die Kette meiner Erinnerungen.

© Hannelore S.
2007

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