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Schafgarbe

Von Feierabend-Mitglied 04.07.2021, 14:54

Schafgarbe -" die Augenbraue der Venus"
SCHAFGARBE -

eine Pflanze mit immenser Heilkraft - früher als Chinin-Ersatz genutzt
Unzählige Schätze kommen in unserer Heimat und Muttererde vor -wir gehen oft unbewusst und achtlos daran vorbei. Eine ganz gewöhnliche Pflanze, die sehr häufig vorkommt und relativ unbeachtet am Wegesrand blüht, hat eine große Heilwirkung, es ist die GEMEINE SCHAFGARBE (ACHIELLA MILLEFOLIUM)- "bedeutet…tausend Blüten“
Die Bezeichnung im Volksmund als "Augenbraue der Venus" stammt aus Schriften des sechsten Jahrhunderts und kommt von der schönen filigranen Form der Blätter, die der Augenbraue der Göttin für Liebe und Schönheit ähneln sollen.

Der Geschmack ist etwas ungewohnt bitter, jedoch nicht unangenehm und kommt von der Akonitsäure, der Gerbsäure, den ätherischen Ölen und den Bittersubstanzen (wie der Bitterstoff Achillin), die in der Schafgarbe enthalten sind. Das ätherische Öl der Blüten enthält bis zu 25 Prozent Chamazulen, welches entzündungshemmende Eigenschaften hat. Im Chlorophyll der Achillea millefolium ist ein dem Vitamin A ähnlicher Bestandteil enthalten sowie Vitamin C“.
Selten vereint eine Heilpflanze so viele wirkungsvolle Heilkräfte wie die Schafgarbe. Die Kosterfrau und Seherin Hildegard von Bingen (1098 - 1179) empfahl die gekochte und warme Schafgarbe äußerlich bei offenen Wunden, da die Pflanze die Wunde zusammenzieht. Und wer durch einen Unfall eine innerliche Verletzung erlitt, dem legte die heilige Hildegard nahe, pulverisierte Schafgarbe in warmen Wein einzurühren und diese Mischung täglich bis zur Heilung zu trinken.
Wie schon erwähnt, wurde die Schafgarbe früher gern als Chinin-Ersatz genutzt und sie soll genauso wirksam, jedoch ungefährlicher als Chinin sein. Der Wirkstoff Chenin wird aus der Rinde des Chinarindenbaumes gewonnen, wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und wurde in geringen Dosen zur Behandlung grippaler Infekte eingesetzt.
Auch beim Brauen von Bier wurde in schlechten Zeiten von unseren Vorfahren die Schafgarbe als Hopfenersatz verwendet.
Laut Empfehlung von Kräuterpfarrer "Kneipp "wirke die Schafgarbe sehr gut auf die Körpersäfte und ganz besonders auf die Regelung des Blutumlaufes". Das blühende Kraut (Tee, Umschläge, Tinktur) hat eine blutverbessernde und blutzusammenziehende Wirkung und wurde in Kriegszeiten von Soldaten bei blutenden Wunden aufgelegt, deshalb hier der Volksname "Soldatenkraut".

Schafgarbe hilft, gichtige und rheumatische Beschwerden zu mindern und wirkt krampflösend bei Magen-, Darm-, und Unterleibsbeschwerden. Besonders bei starker Menstruation und -schmerzen wird der Schafgarbentee erfolgreich eingesetzt. Die Schafgarbe beseitigt Blähungen, Durchfall, und sie fördert das Abheilen von Entzündungen (zum Beispiel Lungen- oder Halsentzündung). Kräuterkundige schwören auf die positive Entwicklung der Heilpflanze bei Nervenschmerzen: Auch wirkt sie antiseptisch im Harnsystem (Blasen- und Harnwegsentzündungen) und regt sanft die Nierentätigkeit an.
Interessant ist, dass das tägliche Trinken von Schafgarbentee (als Kur ca. 4 Wochen) die Auswirkungen von Röntgenstrahlen und Elektrosmog lindern soll. Der Genuss einer Tasse Schafgarbentee, zirka 20 Minuten vor dem Essen getrunken, ist leicht appetitanregend,. Nach dem Essen getrunken wirkt der Tee verdauungsfördernd.

Ein relativ unbekannter Tipp ist die Empfehlung von Haarspülungen mit Schafgarbentee bei Haarausfall und die Massage der Kopfhaut mit Schafgarbensalbe.

Besonders bei Hämorrhoiden, Unterleibs- oder Darmbeschwerden empfiehlt sich, innerlich wie äußerlich Schafgarbe anzuwenden, um den Heilungsprozess zu unterstützen. Äußerlich hilft ein Sitzbad mit Schafgarbenabsud. Mit der Schafgarbensalbe können die schmerzenden Stellen eingerieben werden. Auch das Auflegen eines mit Schafgarbentee getränkten feucht-warmen Wickels an den schmerzenden Stellen ist sehr hilfreich. Die Anwendung von Schafgarbenöl eignet sich äußerlich bei empfindlicher Haut, bei Ekzemen und unterstützt die Wundheilung, weil es die Granulation und Neubildung der Haut fördert. Eine Massage mit diesem Öl tut bei Rücken-, Muskel- und Unterleibsschmerzen an den betroffenen Stellen gut.

Innere Anwendung (nach Hildegard von Bingen)
(die blühenden Sproßspitzen)
4g auf 100 ml Weißwein 5 Tage lang ansetzen, filtern, ein Likörgläschen nach den Mahlzeiten (bei Bauchbeschwerden, Schlaflösigkeit,Nervosität)

Äußere Anwendung (nach Hildegard)
(die blühenden Sproßspitzen)
8 g auf 100 ml Wasser
(Mundspülungen, Gurgeln, Waschungen, Kompressen)
zum Reinigen von kleinen Wunden,bei Entzündungen von Haut und Schleimhäuten)
Wunde steril säubern
Scharfgarbe einige Minuten schwach kochen, herausnehmen, ausdrücken und auf eine sterile Kompresse über die Wunde legen und mit einem Mullverband fixieren..Die Kompresse alle 1-3 Std. erneuern.

Bei Nasenbluten sind Dill und zweimal soviel Schafgarbe nach Hildegard das Mittel. Die Kräuter müssen grün sein, im Grün wirkt die Kraft der Pflanzen. Die grünen Kräuter auf Brust, Stirn und Schläfen legen... Im Winter diese Kräuter pulverisieren, mit etwas Wein besprengen, in Säckchen füllen und wie gesagt auflegen.
lg Doris

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