Veilchen
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Feierabend-Mitglied
Samstag 05.03.2022, 15:15 – geändert Samstag 05.03.2022, 15:20
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Das Duftveilchen
Das Veilchen
"Ein Veilchen auf der Wiese stand,
gebückt in sich und unbekannt,
es war ein herziges Veilchen…
…
Ach, denkt das Veilchen, wär ich nur
die schönste Blume der Natur,
ach, nur ein kleines Weilchen.
…
Johann Wolfgang von Goethe
Das Veilchen, auch wegen seines süßlichen Duftes “Wohlriechendes Veilchen” genannt, ist einer der ersten Frühjahrsboten, die man an Waldrändern und unter halbschattigen Sträuchern finden kann.
Wer das erste Veilchen fand, war der Frühlingsherold. Das Blumenorakel galt als sicher, das erste gefundene Veilchen brachte Glück wie der Schornsteinfeger und ließ einen lang ersehnten Wunsch in Erfüllung gehen.
Die kleinen duftenden Blumen erreichten im 18. Jahrhundert eine ungeahnte Beliebtheit. Auch Josephine Beauharnais trug einen Veilchenkranz am Brautkleid und Napoleon schickte ihr ein Leben lang Veilchenbuketts, selbst von den Schlachtfeldern, selbst nach der Scheidung. Auf der Brust des toten Napoleon fand man eine goldene Kapsel mit zwei getrockneten Veilchen. Er hatte sie sich nach der Schlacht von Waterloo auf Josephines Grab gepflückt.
In Süddeutschland wird das erste Veilchen sogar seit dem Mittelalter gefeiert. Ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet bis Kaukasus kommend, hat sich das Veilchen in fast ganz Europa ausgebreitet. Besonders in Frankreich haben sich die violetten Blüten als kandierte Süßigkeit mit dem Namen „Violettes de Toulouse“ beliebt gemacht und werden dort - wie auch in Italien - zur Likörherstellung angebaut. Aufgrund seiner schleimlösenden Wirkung ist das unscheinbare Kraut ein ideales Hustenmittel. Es hilft aber auch bei Bronchitis, Kopfschmerzen und Entzündungen der Haut, der Blase, Erkältung, Nervosität…
(Besondere Inhaltsstoffe Alkaloide, ätherische Öle, Bitterstoffe, Cumarine, Eugenol, Flavonoide, Glykoside, Odoratin, Salizylsäuremethylester, Saponine, Schleimstoffe, Triterpene..
Eigenschaften antibakteriell, beruhigend, blutfettsenkend, harntreibend, schleimlösend, schweißtreibend.. Quelle: Lexika, Gesundheit)
Sobald der Frühling beginnt, lassen sich die Blüten, Blätter und Triebe ernten. Du kannst die Veilchen entweder frisch essen oder ihre Heilkräfte durch Trocknen oder Einkochen konservieren. Die Blattform ist nierenförmig, rundlich, die Blütenfarbe violett. Fundorte sind Waldränder, nährstoffreiche lehmige Böden…
Die Blüten und Blütenknospen lassen sich wunderbar als Dekoration auf Gerichte oder als besondere Leckerei kandieren. Die Blüten eignen darüber hinaus zum Verarbeiten zu Fruchtsaft und Blütenessig, Gelee sowie Sirup. Ab März kann man die oberirdischen Teile des Veilchens entsaften und frisch trinken. Die Blüten stehen uns zwischen März und April zur Verfügung, während die Blätter bis in den August hinein gesammelt werden können.
(Beachte, dass das Veilchen nur sparsam in Speisen eingesetzt werden sollte, denn ein übermäßiger Verzehr kann Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Besonders Menschen mit empfindlichen Magen und Schwangere sollten Veilchen nur in kleinen Mengen konsumieren).
Kandierte Veilchen
Kandierte Veilchen sind eine besondere Leckerei und lassen sich schnell herstellen. Sammle dafür frische Veilchenblüten und bestreiche sie mit halb steif geschlagenem Eiweiß, dünn Puderzucker darüber streuen und die Blüten zwei Tage auf einem Backblech trocknen lassen.
Tee kann man entweder aus frischen oder getrockneten Blättern herstellen. Innerlich angewendet hilft er bei Husten und Bronchitis sowie Erkältung. Aufgrund der Salicylsäure hilft der Tee ebenfalls bei Kopfschmerzen. Dafür wird ein Teelöffel des getrockneten Krauts mit 200 ml kochendem Wasser übergossen. Das Ganze wird etwa 15 Minuten ziehen gelassen und danach abgeseiht.
Den Tee kannst du auch äußerlich als Kompresse bei Rheuma und Gicht und auch bei Hautentzündungen wie Akne verwenden. Tauche dafür einen Lappen in warmen Veilchen-Tee, wringe ihn aus und lege ihn auf die zu behandelnde Stelle.
Hustensirup
Die schleimlösenden Stoffe des Veilchens kannst du als Hustensirup einfach konservieren:
• eine Handvoll (etwa 200 g) Veilchenblüten
• 300 ml Wasser
• 300 g Zucker
• verschließbare Flasche
1. Veilchenblüten mit dem Zucker einen Tag im Wasser ziehen lassen.
2. Blüten abseihen.
3. Das restliche Wasser solange kochen lassen, bis ein Sirup entsteht.
4. Den Sirup in eine Flasche füllen und verschließen.
Der Sirup ist im Kühlschrank aufbewahrt etwa drei Monate haltbar.
ein schönes WE und liebe Grüße - Doris