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Beifuß

Von Feierabend-Mitglied Samstag 20.11.2021, 20:21 – geändert 21.11.2021, 10:36

Der „St.-Martins-Tag“ ist vorbei und die Martinsgans ist gegessen…
Schade, ich habe es nicht -wie versprochen- rechtzeitig zum Martinstag geschafft.
Bekannt ist die Martinsgans, die das kärgliche Einkommen des Pastors, Küsters und Schulmeisters früher etwas aufbesserte. Das Fleisch galt als besonders segensreich und heilkräftig. In manchen Kulturen waren Gänse heilige Weissagungsvögel. „Mit der Gans wird der Sommer geschlachtet“, ist eine alte Bauernweisheit. Die Gans wurde auch mit Sankt Martin, dem Bischof der Armen und der Armut, in Verbindung gebracht.

Gemeiner Beifuß gilt traditionell als verdauungsförderndes Gewürz zum fetten Gänsebraten. Auch Fleischgerichte werden gern mit Beifuß gewürzt (besonders in Frankeich).
Wenden wir uns nun dem Kräutlein zu:
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Inulin Thujon, Vitamine A, B1, B2, C in den Blättern.
Heilwirkungen:
Appetitanregend, verdauungsfördernd. Beifuß-Tee fördert die Ausscheidung von Stoffwechselschlacken. Das Kraut wirkt stimmungsaufhellend, blutungsfördernd und krampflösend. Nicht in der Schwangerschaft geeignet. Als Frauenheilmittel entspannt es den Unterleib – wirkt wärmend.

Was soll eigentlich der Name Beifuß? Man schrieb der Pflanze die Kraft zu, die Füße vor Ermüdung zu schützen. Schon der römische Naturschützer Plinius der Ältere empfahl, sich einfach vor der Wanderung ein Blättchen in den Schuh zu legen….
Es gibt auch ein Rezept zur Erlangung des Liebsten:
Ein Sträußchen Beifuß ans Bein binden, das steigert nebenbei die Liebeslust!

Traditionell werden in China aus Beifuß Moxastäbe geformt für die Moxibustions-Behandlung an Akupunkturpunkten. Das Kraut wird angezündet auf die Akupunkturnadeln gesetzt, was anregend wirkt.
Beifuß-Räucherung reinigt den Raum von Elektrosmog… Auch in der Grippezeit ist das Räuchern wirksam gegen Viren und Bakterien im Raum. Man verwendet Blätter und Blütenrispen, die man in eine Räucherschale legt.

Beifuß kann man verwechseln mit Wermut. Bei Wermut sind Ober- und Unterseite der Blätter behaart, bei Beifuß ist dagegen nur die Unterseite der Blätter silbrig behaart. Manche Kräuterliebhaber verwenden zum Würzen der Gans auch zusätzlich oder anstatt Beifuß -Wermut, da dieser angeblich nicht so bitter ist.

Liebe Wochenendgrüße - Doris

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