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Meine endlose Existenz

Von Feierabend-Mitglied Mittwoch 07.01.2026, 14:41

Ich bin Arin, unsterblich seit 2045, als Nanobots uns vor Alter und Krankheit bewahrten. Die ersten Jahrzehnte füllten sich mit Euphorie – Jobs wechseln, Reisen, Partys. Doch das verblasste schnell. Nach einer Milliarde Jahren hatte ich mit jedem Menschen gesprochen, der je lebte oder leben würde.
Gespräche mit allen

Jede Unterhaltung, jedes Flüstern in Milliarden Zungen. Ich hörte Kindheitserinnerungen, Liebesgeständnisse, Streitigkeiten über alte Politik wie Trumps 2026-Wahl. Gesichter verschwammen, Worte wiederholten sich in endlosen Varianten. Danach kam Stille – nichts Neues mehr zu sagen.
Nach einer weiteren Milliarde hatte ich alles gesehen und später auch verstanden.
Erden vergingen im Klimawandel,
Sonnen wurden zu Roten Riesen, Galaxien fusionierten und erloschen.
Ich wanderte durch Orbital-Habitate, Asteroidenstädte, Dyson-Sphären – recycelte Luft, synthetische Nahrung, VR-Weltrekorde. Physik, Quanten, Multiversen: Alles entschlüsselt, simuliert, banal.
Die Galaxien erloschen, eine nach der anderen.
Sie waren ausgebrannt.
Seit Milliarden Jahren herrscht Dunkelheit – kaltes Vakuum, wo Sterne Staub wurden.
Ich treibe in einer Hülle aus Nanomaschinen, allein mit Gedanken vergangenen Lebens. Kein Puls mehr, kein Adrenalin.
Emotionen ertranken in Routine.
Doch ich lebe am absoluten 0 Punkt.
Lebe bei - 273,15 °C.
Die alten Prophezeiungen des ewigen Lebens wurden wahr.

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