„Alte“ Tröge selber herstellen
Von ehemaliges Mitglied Freitag 17.08.2018, 13:40
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Die nachstehende Bauanleitung habe ich von einer Gartenausstellung und habe es ausprobiert. Nach wenigen Jahren sah der Trog alt aus:
Sie müssen dafür weder besonders fingerfertig, noch handwerklich geschickt sein. Und viel Geduld brauchen Sie auch nicht. Je nach Größe und Witterung können Sie Ihren neuen „alten" Trog schon nach 3 bis 5 Tagen fertig bepflanzen.
Und das brauchen Sie an Material: Sand, Zement, durchgesiebten Torf, zwei Karton, Styropor.
Sehr praktisch sind die Faltpakete der Bundespost, die es an jedem Postschalter zu kaufen gibt (in Lebensmittelmärkten gibt es sie kostenlos). Die Größe 4 ist 50 cm lang, 30 cm breit und 20 cm tief. Tröge mit diesen Ausmaßen haben die ideale Form, nicht zu groß, nicht zu klein und eigentlich für jeden Platz im Garten geeignet.
Ein zweiter kleinerer Karton sollte so in den ersten Karton passen, dass rundum mind. 5 bis 8 cm Platz ist. Dieser Karton ist innen auszufüllen, damit er sich nicht zusammendrückt. Man kann sich auch einen Styroporkern zuschneiden. In keinem Fall darf die Wand dünner als 5 cm werden. Wenn man diesen Kern beim nächsten Gießen verwenden will, schneidet man ihn in drei Teile, die in Plastik gewickelt werden und sich später leicht herausziehen lassen. Sie können dazu die Tragetasche verwenden, in der die Post ihre Faltpakete verkauft.
Für diesen Trog brauchen Sie (im 10 l-Eimer gemessen) 1 Eimer Torf, 1 Eimer Zement und 1,5 Eimer Sand. Nachdem Torf und Sand durchgesiebt worden sind, werden sie mit dem Zement in trockenem Zustand gut vermischt - entweder direkt in der Schub¬karre oder auf einer auf dem Boden ausgebreiteten Plastikplane. Dann wird unter ständigem Mischen so lange Wasser zugegeben, bis eine dicke, breiige Masse entsteht.
Gießen Sie zuerst den Kartonboden in der gewünschten Stärke des Trogbodens aus, also 5 - 8 cm dick. Auf keinen Fall darf er zu schwach sein.
Der Bodendicke entsprechend lang brauchen Sie drei Holzpflöcke (zersägter alter Besenstiel oder Styroporstücke), die nun in die weiche Masse hineingedrückt werden. Diese Stöpsel sparen die späteren Abzugslöcher aus. Als nächstes wird der Styroporkern oder der kleinere Karton auf den Boden gesetzt, genau in die Mitte des Kartons, so dass der Abstand zum Rand an allen Seiten gleich groß ist. Das ergibt Wandungen von regelmäßiger Stärke.
Als zweckmäßig hat es sich erwiesen, den ganzen Karton vor dem Ausgießen mit dünnen Styroporplatten zu verkleiden. Sie geben dem Ganzen zusätzlichen Halt. Jetzt wird die Masse zwischen Kartonwandung und Kern eingefüllt und mit einer Holzlatte immer wieder gestampft, damit keine Hohlräume entstehen.
Damit unser Trog ja nicht wie mit dem Lineal gezogen aussieht, werden vor oder während des Einfüllens der Masse die Längs- und Seitenwandungen mit dagegen gestellten Gegenständen - Eternitblumenkästen, Torfsäcke, Blumenkübel - nur locker stabilisiert. Die Wände sollen sich durch den Druck von innen ruhig ein bisschen nach außen wölben. Mitunter genügen auch die zum Paket mitgelieferten Verpackungsschnüre, die man um den Karton wickelt um ein Aufplatzen zu verhindern. Damit wären dann alle Teile des Postsets verwertet - bis auf den ebenfalls beigefügten Adressenaufkleber.
Bei trockenem, warmen Wetter dauert es 12 bis max. 24 Stunden, dann kann die Verschalung entfernt, können der Styroporkern herausgezogen und die Stöpsel aus den Abzugslöchern gepult werden. Warten Sie damit nicht zu lange, denn knochentrocken darf der gegossene Trog nicht werden, weil er ja noch mit Spachtel und Drahtbürste den letzten Schliff erhalten soll.
Ecken und Kanten werden mit der Spachtel abgerundet, die Außenwandungen mit der Drahtbürste aufgeraut. Betätigen Sie sich ruhig als „Künstler" und bringen Sie Ihrem Werk hier und dort noch ein paar Kerben bei. Er wirkt um so älter, wenn sich später noch ein grüner Algenteppich auf ihm angesiedelt hat.