Ein Tag im Herbst
Von
Fiddigeigei
Montag 05.10.2020, 18:18 – geändert Montag 05.10.2020, 18:25
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Fiddigeigei
Montag 05.10.2020, 18:18 – geändert Montag 05.10.2020, 18:25
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Alles an diesem Tag , es war gestern am Freitag ,begann damit, dass ich gequält wurde, weit nach Mitternacht die Toilette dringendst aufzusuchen. Bei meinem Gang dort hin sah ich in dort oben stehen, den blauen Herbstmond.
Noch machte ich mir keine großen Gedanken, was das zu bedeuten hat und schlüpfte erleichtert wieder ins Bett.
Doch der Morgen graute auf und diesmal spürte ich es wird sich alles, alles, ändern.
Gibt es eigentlich noch Hexen?
Ich fragte mich das und dachte dabei an meine gründäumige Gärtnerin, die unschuldig linksaußen von mir liegend, ruhig vor sich hin schlummerte. Wahrscheinlich wäre sie im Mittelalter ruckzuck auf einem Scheiterhaufen ,der aus Trockenblumen bestanden hätte, erbarmungslos verbrannt worden.
Da hat sich doch rundum wo man auch hinsah Winden gesät, die wie von Hexenhand befohlen einmal ganz in Blau und dann wieder einige Stunden später in Rosa blühten und gestern, ich traute meinen Augen kaum, sah ich sie in beiden Farben strahlen.
Aber das ist noch nicht alles verhexte was in unserem Gärtchen passierte.
Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass der alte Feigenbaum an der Hauswand nach über 35 Jahren starb. 35 Jahre hatte er uns getreulich jeden Sommer mit seinen süßen Früchten versorgt, die wir gerne mit Ziegenfrischkäse zusammen, oder aber als Marmelade und als Feigensenf verzehrten. Oft war die Ernte so groß, dass die Nachbarn ihre Türen zur Erntezeit verschlossen, wenn wir mit einem Körbchen gefüllt mit Geschenkfeigen, auf ihre Haustüren zu kamen.
Kurzum meine Meinung war, es wird nicht nachgepflanzt. Wir würden eine Feigenernte gar nicht mehr erleben können.
Hinter meinem breiten Rücken besorgte die Gründäumige trotz den berechtigten Einwänden mit unserem fortgeschrittenen Alter , ein neues schlankes Feigenbäumchen. Plötzlich stand es, wie zugeflogen an einer Mauer fix und fertig eingepflanzt .
Ich biss mir auf die Lippen und dachte mir , es ist besser sich nicht mit einer gründäumigen Gartenhexe anzulegen.
Und was kann ich euch erzählen? Pünktlich zu Herbstanfang fing dieses spindeldürre Feigenluder zu liefer an. Klar nur jeden Tag eine Feige , die aber zuckersüß.
So jemand hat doch den Scheiterhaufen verdient- oder? Da geht was nicht mit rechten Dingen zu!
Nachmittags ging es weiter mit der Zauberei.
Aus heiterem Himmel brach ein kleiner Herbststurm los und ganz gegen ihre Art forderte sie mich zu einem kleinen Spaziergang auf.
Normalerweise ist das so in unserem Duett, dass ich meist sehr eindringlich zur Bewegung in der freien Natur auffordern muss.
Ich hätte es mir denken können, als sie Einkaufsbeutel einsteckte, sie muss was vorhaben. Und so landeten wir auf einem Weg, der ab und zu von uns nicht gehörenden Nussbäumen eingerahmt wird.
Der Sturm hatte bereits seine Arbeit getan und wir brauchten nur noch einzusammeln.
Alle meine Hinweise, dass seit diesem Jahr auch der Mundraub streng bestraft würde verhallten ungehört im Windgebraus.
Am Himmel sah ich Hexen auf ihren Besen zum Blocksberg fliegen.
Da hielt ich die meinige ganz fest.
Gruß in den Herbst
vom Carlos