Gartenwächter
Von
Fiddigeigei
Montag 24.08.2020, 10:32
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Fiddigeigei
Montag 24.08.2020, 10:32
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Bild einer Prachtjungfer, die leider von uns nur noch tod geborgen werden konnte. Diese großartige Prachtlibelle ist Fleischfresserin und legt ihre Eier in unserm kleinen Gartenteich ab. Daraus werden Raublarfen , die sich nach einiger Zeit am Schilfgras verpuppen und schliesslich als wunderbare Flieger mit ihren Durchsichtigen Feenflügel frei in die Lüfte schwingen.
Ein Sommer mit Hornissen
Es geschah Anfang Mai. Hilfe wir haben ungebetene Gäste im Haus. Meine Frau war entsetzt. Sie reagiert allergisch auf Stiche aller Art. Und jetzt auch das noch, Hornissen! Grosse gefährliche Tiere, ein Stich von denen und ich bin tot.
Ihre erste Regung war, du musst alle töten, oder ich ziehe aus. In dem Wissen, dass diese Tiere unter strengstem Naturschutz stehen, bat ich um Bedenkzeit und versprach gleich morgenfrüh den Tierschutz anzurufen.
Sonntags sehr früh rief ich wie versprochen an. Sollte sich tatsächlich jemand melden! Zu meinem Erstaunen meldete sich wirklich eine Dame vom Tierschutzverein und versprach eine schnelle Lösung,- sie käme zusammen mit einem Spezialisten-.
Tatsächlich klingelte es so nach 12°° an unsere Haustür. Als ich öffnete stand ein Herr in Polizeiuniform vor mir. Trotz eines guten Gewissens wurde es mir etwas mulmig und ich ging in Gedanken mein Verkehrssünderregister durch. Doch es gab gleich Entwarnung: Er war der Spezialist für Flugtiere mit Giftstachel. Ruhig besah er sich den Fliegerhorst und sagte mir gleich: Keine Transportchancen! Wir müssten sonst Sparren der Dachbelüftung entfernen und dies gäbe ein grosser Schaden am Haus. Zwischenzeitlich hatte sich auch Frau Tierschutz eingefunden und es wurde Kriegsrat gehalten.
Am Ende nach einer mehr oder weniger schweren Seelenmassage hatte es Frau Tierschutz und der Herr vom Polizeirevier geschafft meine Frau zu überzeugen die Hornissen als Hausgenossen zu akzeptieren. Und natürlich war es auch der Hinweis: Hornissen stehen unter absolutem Naturschutz. Ich war froh über diese Lösung. So hatte ich die Möglichkeit die Brummer zu beobachten.
.
Nun lebten wir zusammen und beobachteten uns anfänglich sehr misstrauisch. Bald aber akzeptierten wir uns gegenseitig. Die kühnen Flieger erlaubten, dass wir dicht an ihrem Nest vorbei, in unseren Gemüsegarten gingen und brummten uns oft nur wenige Zentimeter über den Kopf hinweg.
Wir vertrauten ihnen und wedelten nicht ängstlich mit den Armen. Selbst als die Feigen an der Hauswand, dicht am Nest reif wurden konnten wir ohne Probleme pflücken. Wurde ihnen etwas unangenehm wurde das Brummen stärker, eine Warnung: Geht uns besser aus dem Weg. Genau so schnell beruhigten sie sich wieder.
Ihre Wohnung bei uns bezahlten sie damit, dass wir den ganzen Sommer weder Fliegen noch Wespen fürchten mussten, denn Hornissen sind Fleischfresser. So konnten wir auch alle süssen Feigen dieses Jahr für uns behalten.
Die Flugschneise war immer die Selbe, wir wurden nie belästigt, konnten Kaffe und Kuchen auf unserer Terrasse geniessen, eine vollkommene Symbiose zwischen Mensch und Tier.
Da Hornissen auch Nachtjäger sind muss man bei Beleuchtung Fenster schliessen oder Fliegengaze montieren. Unsere Nachbarn haben die Grosswespen nicht einmal bemerkt, obwohl ich den Schwarm auf mindestens 100 Tiere geschätzt habe.
Ende August merkten wir, dass aus dem Bau Larven transportiert wurden, die alle unterhalb dem Nest deponiert wurden und dort starben. Den Sinn habe ich nicht verstanden. Eines Tages im Oktober war es plötzlich ruhig geworden. Ohne Abschied haben sie uns verlassen, lautlos wie sie gekommen waren.
-- Schade jetzt fehlen sie uns sogar--.
Carlos