Adventsnacht
Von
Fiddigeigei
Montag 11.12.2023, 09:50
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Fiddigeigei
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Adventsnacht
Es war in einer Nacht im Advent.
Nicht dass jemand denken mag, dass diese Nacht lange her sei.
Letzte Woche mag es gewesen sein.
Die Kälte kroch schon langsam in die Häuser und vertrieb die restliche Wärme des Sommers, die sich noch in den Mauerspalten festgekrallt hatte, erbarmungslos.
Die Kamine pusteten weiße Wolken, die wie zarte Fahnen flatterten, in die blaue Luft dieses kalten Dezembertages.
Es war spät am Abend, als ich mich aufmachte eine Adventsnacht unter Sternen ganz alleine für mich zu genießen.
Richtig getippt, es war um die Zeit, in der man keinen Hund mehr vor die Türe jagen würde.
Mich aber konnte nichts mehr halten, ich wollte die Adventsnacht ganz alleine für mich spüren.
Warm angezogen machte ich mich auf den Weg, hinaus , dort wo sich Fuchs und Hase eine Gute Nacht wünschen.
Der Sichelmond warf mir einen langen Schatten über und er zeigte sich mit einem grünen Gesicht, was mich vermuten ließ, dass er grün vor Eifersucht war auf den sehr hellen südlich stehenden Abendstern, der mir meine Wanderrichtung wies.
Noch bläute ein dunkler Himmel über mir aber mit der Zeit wurde es dort oben schwärzer und schwärzer und Adventsstern um Adventsstern begann sich in ein feines, göttliches Gewebe ein zu flechten.
Ich spürte nicht, wie mir die Kälte in die Nase biss und lief wie der Hans Guck in die Luft unter dem himmlischen Christbaum hindurch.
Ein Glück , dass ich nicht auf die gefrorene Nase gefallen bin aber wie sollte das passieren, wenn man eigentlich sich fühlt als schwebe man.
Wie ich endlich unter dem Stern des Südens stand, wusste ich, ich bin im Advent angekommen.
Carlos
Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!
Matthias Claudius