Neu hier? Lies hier über unser Motto gemeinsam statt einsam.
Mitglied werden einloggen




Passwort vergessen?

8 6

Aus der Jugendzeit

Von Feierabend-Mitglied Freitag 29.09.2023, 11:45

Friedrich Rückert (1788-1866)

Aus der Jugendzeit
klingt ein Lied mir immerdar;
O wie liegt so weit
was mein einst war!
Was die Schwalbe sang
die den Herbst und Frühling bringt;
ob das Dorf entlang
das jetzt noch klingt?
Als ich Abschied nahm
waren Kisten und Kasten schwer;
als ich wieder kam
war alles leer.

O du Kindermund,
unbewusster Weisheit froh,
Vogelsprache kund
wie Salomo!
O du Heimatflur
lass zu deinem heil’gen Raum
mich noch einmal nur
entfliehn im Traum!
Als ich Abschied nahm
war die Welt mir voll so sehr;
Als ich wieder kam
war alles leer.

Wohl die Schwalbe kehrt
und der leere Kasten schwoll,
ist das Herz geleert
wird’s nie mehr voll.
Keine Schwalbe bringt
dir zurück, wonach du weinst;
doch die Schwalbe singt
im Dorf wie einst:
Als ich Abschied nahm
waren Kisten und Kasten schwer;
als ich wieder kam
war alles leer.

Auf dieses Gedicht bzw. Lied nahm Theodor Storm in seiner Novelle „In St. Jürgen“ Bezug. …… doch die Schwalbe singt ……. als ich wiederkam war alles leer. Eine sehr berührende Erzählung von zwei Liebenden, die die Lebensumstände getrennt haben.
Sehr empfehlenswerte Lektüre - wie alle Storm-Novellen.


Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten

Mitglieder > Mitgliedergruppen > Deutsche Lyrik > Forum > Aus der Jugendzeit