Besinnliches Ich
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Feierabend-Mitglied
Samstag 08.07.2023, 22:49
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Ein besinnliches Gedicht darüber, wo man landet, wenn man im dunklen Zimmer einfach so vor sich hin sinniert.
Guido Zernatto · 1903-1943
Cogito ergo sum
Es ist ganz still im Zimmer,
Im Kessel summt der Tee.
Das Licht ist ausgeloschen,
Dass ich fast nichts mehr seh.
Im Dunkel ruht der Kasten,
Und manchmal knarrt’s im Holz.
Es schwingt aus Bilderrahmen
Das Zittern alten Golds.
Die Hände liegen ruhig
Am Tisch und pulsen leis,
Und durch die Schläfen geht mir
Der Schlag des Blutes heiß.
Und irgendein irrer Falter,
Der gaukelt im Dunkel drin.
Erst in der lauen Stille
erkenn ich, dass ich bin.