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Da ich ein Knabe war - Fr. Hölderlin

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 15.02.2024, 09:30

Eigenes Foto

Dieses Gedicht Hölderlins war ursprünglich als Lied
innerhalb des Hyperion-Romans gedacht.

Da ich ein Knabe war, rettet‘ ein Gott mich oft
vom Geschrei und der Ruthe der Menschen.
Da spielt‘ ich sicher und gut mit den Blumen des Hains,
und die Lüftchen des Himmels spielten mit mir.

Und wie du das Herz der Pflanzen erfreust,
wenn sie entgegen dir die zarten Arme strecken
so hast du mein Herz erfreut Vater Helios!
Und wie Endymion, war ich dein Liebling, Heilige Luna!

O all‘ ihr treuen freundlichen Götter!
Daß ihr wüßtet wie euch meine Seele geliebt!
Zwar damals rief ich noch nicht euch mit Namen,
auch ihr nanntet mich nie
wie die Menschen sich nennen als kennten sie sich..

Doch kannt‘ ich euch besser,
als ich je die Menschen gekannt,
ich verstand die Stille des Aethers
der Menschen Worte verstand ich nie.

Mich erzog der Wohllaut des säuselnden Hains,
und lieben lernt‘ ich unter den Blumen.
Im Arme der Götter wuchs ich groß.

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