Ein Carlos Märchen
Von
Fiddigeigei
Mittwoch 07.02.2024, 16:10
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Fiddigeigei
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Ein Carlos Märchen
Das Märchen vom Mandelbaum
Der Schöpfer unserer Welt und Herr des Universums setzte sich auf seinen Aussichtsplatz um dass neuestes Werk, den Planeten Erde, in Ruhe zu betrachten.
Er freute sich am Gelb der Wüsten, dem Blau der Meere, dem Grau der Gebirge und dem vielfältigen Grün der Wälder und Grassteppen. Am meisten erfreute IHN aber das strahlende Weiß der Schneelandschaften.
Der Erde zum Gedeih hatte ER Planeten, die wir Sonne und Mond nennen zugeordnet, damit es Tag und Nacht werden konnte und verschieden Jahreszeiten und Temperatur für Abwechslung sorgen. ER wollte, dass wir Menschen eine gute Chance haben sollten zu überleben.
Gerade hatte ER es sich so recht gemütlich gemacht, als er beim Drehen des Erdballes mit Schrecken sah das sein besonderer Stolz, das Schneeweiß nicht überall auf der Erde verbreitet war.
Die Sonne hatte die Schuld!
Sie war es die in manchen Gegenden durch ihre Umlaufbahn Schnee nicht duldete.
Der Schöpfer runzelte die Stirne und zog sich zum Nachdenken in sein Labor zurück.
In nur einigen Millionen Jahren fand er eine göttliche Lösung:
Ein Baum, ja ein Baum sollte es sein, der mit seiner reinen weißen Blüte, dem Schnee ähnlich leuchten konnte.
Und der große Unergründliche dachte noch weiter: Ich muss den Menschen diesen Baum durch Früchte besonders schmackhaft machen, so werden sie bestrebt sein ihn schnell zu verbreiten.
So setzte er den ersten Baum, in eine Gegend, die die Menschen Asien nennen und die Leute als besonders fleißig gelten.
Die Bewohner dort freuten sich über den schneeweißen Frühlingsboten und da die Früchte die Form der schönen Augen ihrer Frauen, die die Dichter als Mandelaugen besangen, ähnlich waren, nannten sie sie Mandeln.
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Nach Spanien kamen die Mandelbäume durch die Mauren und auch ihre Dichter lobten und besangen die Schönheit dieses Baumes zum Dank für das Geschenk des Allmächtigen.
Das Zeichen
Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,
ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?
Dass das Leben nicht verging, so viel Blut auch schreit,
achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.
Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht.
Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.
Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt,
das bleibt mir ein Fingerzeig für des Lebens Sieg.
1942 schreibt Schalom Ben-Chorin diese Zeilen. „Das Zeichen“ nennt er sein Gedicht. Er schreibt es, als sich die Schreckenmeldungen über den Krieg und die Vernichtung seines Volkes häufen. Wenn der Mann, der 1935 aus Nazi-Deutschland floh, verzagt und hoffnungslos ist, tröstet ihn die leise Botschaft des Mandelbaums. Denn er blüht, wenn ringsum noch alles kahl ist und auf den hohen Hügeln rund um Jerusalem noch Schnee liegt. In Israel ist er auch heute noch ein Symbol für das neue Leben nach dem Winter.
Entnommen viermalleben.de
Das Gedicht von Schalom Ben-Chorin erinnert mich an das Heutegeschehen , wo wieder Hass und Hetze gegen Juden und Migranten geschürt wird.