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Frühling am Altrhein

Von Fiddigeigei Donnerstag 10.04.2025, 08:19

Am Sonntag dann, waren wir früh auf den Beinen. Wir schmissen unser Kärchle (Auto) an, welches freudig sofort ansprang um auch an die lang vermisste Sonne zu gelangen.
Das Ziel war ein Auwald am Rhein gelegen.
Da ging es vielleicht schon lustig zu. Ein komplettes Symphonieorchester empfing uns und es war schwer selbst für erfahrene Waldläufer die einzelnen Instrumente zu lokalisieren, die sich zum großen Teil in den hohen Buchen und Eichen versteckten.
Nur die Trommler flogen zwischen dem Orchester herum um den Takt vorzugeben.
Die Kamera klickte am laufenden Bande .
Der Dirigent ein erfahrener, Graureiher saß etwas abseits und gab den Ton an.
Auf dem Waldboten wurde ganz junger und frischer Bärlauch angeboten und dazwischen fanden sich die seltenen Blauglöckchen ( Wilde Hyazinthenart), von denen 2 trotz des Naturschutzes zum Mittagsessen auf dem Tisch bimmeln durften.
Zum Abschluss waren wir noch in der Entbindungsstation einer vorsorglich vor sich hinbrütenten Schwanenmama, der wir viel Glück und Geduld wünschten.

Meine Lust
Ich hab' meine Lust an dem frischen Grün,
An dem Flüstern und Rauschen der Blätter,
An der duftigen Blumen Sprossen und Blüh'n,
An der Lerche hellem Geschmetter.

Ich hab' meine Lust an der Sonne Glanz,
An der Sterne lichtem Gefunkel,
An der plaudernden Wellen flüchtigem Tanz
In des Waldes schattigem Dunkel.

Ich hab' meine Lust an des Zephyrs Hauch,
An des Taues perlendem Segen,
An dem Brausen des Meeres, dem Donner auch,
An dem Sturm und dem strömenden Regen.

Ich hab' meine Lust an der ganzen Natur,
An des Himmels Pracht und der Erden -
So hüt' ich mich still vor den Menschen nur,
Um nimmermehr traurig zu werden. 

Auguste Kurs (1815-1892)


Früher Frühling

Zwischen Februar und März
Liegt die große Zeitenwende,
und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht`s  zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
Steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist er da.
Manche Knospe wird verschneit
Zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauher Schauer,
lacht der Himmel um so blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
zwischen Februar und März.

Fred Endrikat (1890-1942)

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