Gedicht der Kinderzeche
Von
Soff
vorgestern, 09:35
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Soff
vorgestern, 09:35
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Vernehmt, ihr Leute groß und klein,
Was ich euch jetzt berichte;
Ich schenk’ euch gute Mähre ein
Aus unsrer Stadt Geschichte.
Man weiß ja wohl das schwere Jahr,
Da ließ es Gott geschehen,
Daß sie befreit ward aus Gefahr
Durch ihrer Kinder Flehen.
Der Feind stand dräuend vor dem Thor;
O weh! wer hilft der armen?
Da drang die Bitte an sein Ohr:
„Hab’ doch mit uns Erbarmen!
Sieh hier die zarte Kinderschaar!
Wer soll uns speisen, tränken,
Willst Du der Stadt, die uns gebar,
Nicht Gnad’ und Frieden schenken?“
Da ward des Feindes Herz erweicht.
Das Schwert fuhr in die Scheide;
Viel Mutterherzen wurden leicht,
Und alles war voll Freude.
Deß zum Gedächtniß feiert man
Dies Fest seit vielen Jahren,
Und stimmet Dem ein Loblied an,
Der uns aus Kriegsgefahren
Errettet hat zu Seiner Zeit
Durch Kindermundes Lallen;
Er lasse sich’s voll Freundlichkeit
Auch heute wohlgefallen.
Er gebe uns ein frommes Herz
Und lehr’ uns kühnlich treten
Vor Ihn, in Freude wie in Schmerz
Für unsre Stadt zu beten.
Dinkelsbühl lebe hoch!
Verfasser: unbekannt