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Hans im Glück......

Von Fiddigeigei Mittwoch 24.07.2024, 12:22

.........oder an einem Sonntagmorgen.

Hans hat mich heute morgen kurz nach Fünfuhr aufgeweckt. Hans lebt 4 Häuser weit von mir weg aber Hans(Gianni auf Italienisch) der stolze Italienerhahn ist gnadenlos und sein herrisches Kikeriki schallt über das im tiefen Schlummer liegende Dörfchen . Er geht selbst seinen Hennen auf den Geist, die vom gestrigen anstrengenden Eierlegen noch ganz gaga auf ihren Stangen sitzen und von Würmchen träumen die es aufzupicken gilt.
Draußen, das sehe ich durch das offene Schlafzimmerfenster , ist es fast noch Nacht. Nun einmal aus den Armen der Morphine entkommen, schleiche ich leise pssst pssst, aus dem Schlafgemach.
Noch etwas schlaftrunken gewandte ich mich mit Hemd und Hose, schließe hinter mir die Wohnungstüre und schnappe mir im Vorbeigehen meine geliebte Kamera.
Gerne würde ich die Sonne sehen, wenn sie über den Bergen hinweg zu mir ins Tal scheint.
Am Wegesrand sieht mich aber nur Lila, Nachbars Katze, grimmig mit grüngelben Augen an, denn ich habe ihr ein Mäuschen verjagt.
Meine schlaue Füchsin quert den Weg als sei nichts geschehen aber ich sehe an ihrer Schnauze Federn hängen. Ich weiß wo sie ihren Bau hat und weiß von 4 kleinen Füchslein, die immer hungrig sind und noch bei Mama an den Zitzen hängen.
Am Friedhof ist es besonders still und ich gehe fast auf Zehenspitzen an den Gräbern vorbei um meine Freunde in ihrem ewigen Schlaf nicht zu stören.
Am Himmel oben steht der Viertelmond wie ein verwirrter Hirte ohne Schafe, denn seine Sternenschäfchen haben sich längst irgendwo im Universum versteckt.
Da sehe ich den ersten Ferienflieger einsam still und leise, verloren ganz alleine dort oben seinen weißen Schweif nach sich ziehend..
Eigentlich bin ich froh jetzt auf nicht nicht dabei sein zu müssen.Mir ist Mallorca so was von Wurst.
Ich genieße diese fast unheimliche Stille eines Sonntagmorgen , die einem fast den Atem verschlägt.
Dann pünktlich um Sechsuhr bimmeln die Kirchenglocken den Tag ein. Ich erkenne jede an ihrem Klang und aus welchem Dörfchen sie ihre Grüße an den Morgen erklingen lassen.
Langsam lösen sich die Schwarzen Berge im Morgendunst auf. Über den Silhouetten wird es Morgenrot.
Jetzt freue ich mich auf eine Tasse heißen Kaffee und auf das Neue an diesem Sonntag im September.

Das Gedicht „In der Frühe“ stammt aus der Feder von Eduard Mörike.
Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir,
Dort gehet schon der Tag herfür
An meinem Kammerfenster.
Es wühlet mein verstörter Sinn
Noch zwischen Zweifeln her und hin
Und schaffet Nachtgespenster.
- Ängste, quäle
Dich nicht länger, meine Seele!
Freu dich! schon sind da und dorten
Morgenglocken wach geworden.

Entnommen:
gedichte 7.de

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