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Herbst

Von Feierabend-Mitglied Montag 23.09.2024, 12:49 – geändert Montag 23.09.2024, 12:50



Rings ein Verstummen , ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln,
ich liebe dieses milde Sterben.

Von hinnen geht die stille Reise,
die Zeit der Liebe ist verklungen,
die Vögel haben ausgesungen
und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel ziehen nach dem Süden,
aus dem Verfall des Laubes tauchen,
die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
die Blätter fallen stets , die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
ist mir, als hör ich Kunde wehn,
daß alles Sterben und Vergehen,
nur heimlich still vergnügtes Tauschen.






Nikolaus Lenau
1802 - 1850
österr.Dichter der Romantik
Philosoph,Arzt
eig.Bild

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