Hitze frei.
Von
Fiddigeigei
Montag 19.08.2024, 07:59
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Fiddigeigei
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Hundstage bei über 30°
Während ich das zusammenschreibe, sitze ich im Kühlen und denke an die Sommer der Jugendzeit zurück.
Gesundes Barfußlaufen war angesagt und zwar von morgens bis abends und von März und je nachdem bis in den November hinein .
Die Fußsohlen waren lederartig und von den geölten Holzböden in der Schule rabenschwarz eingefärbt und abends vor dem ins Bett gehen erfolgte eine strenge Kontrolle der Füsse durch die Mütter.
Lausbuben die wir waren, haben versucht mit Streichhölzchen das Schulthermometer auf über 25 Grad manipulierten. Wir wollten einfach hitzefrei.
Wenn es dann wirklich so weit war ging es in den kühlen Wald zum Indianer spielen oder zum Schwimmen im wilden grünen Rhein.
Das Höchste war aber, wenn die Feuerwehr im Städel zur Abkühlung Wasser aus dem Stadtbach pumpte und wir unter den herunterfallenden Wassermassen wahre Freudentänze vollführten. Glückliche Sommerzeit? Glückliche Jugendzeit?
Wilhelm Jensen . 1837-1911
Und wieder ist’s des Sommers Geisterstunde ...
Und wieder ist’s des Sommers Geisterstunde,
Da stumm das Haus im heißen Mittag schweigt,
Geschloss’ne Läden füll’n die Saalesrunde
Mit goldnem Dämmern; nur, von Laub umzweigt,
Trägt fernher durch des Nebenraumes Dunkel
Ein Fenster blitzend sonnengrünes Licht:
Kein Schall, kein Regen in dem Glanzgefunkel,
Das wie von ausgestorbnem Leben spricht.
Und schön und schaurig fühlt mein eignes Leben
Sich angerührt von leisem Geisterstab:
Ein Kommen ist’s, ein Schwinden und ein Schweben
In jenen stillen Strahlen auf und ab.
Ein Nichts, und alles, was ich je besessen,
In mir, und doch zugleich unendlich fern,
Ein Allgedenken und ein Allvergessen,
Ein Lebenstraum auf einem andern Stern.
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