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Schelm von Bergen

Von Feierabend-Mitglied Freitag 13.02.2026, 18:35 – geändert Freitag 13.02.2026, 18:38


Im Schloß zu Düsseldorf am Rhein
wird Mummenschanz gehalten;
da flimmern die Kerzen, da rauscht die Musik,
da tanzen die bunten Gestalten.

Da tanzt die schöne Herzogin,
sie lacht laut und beständig;
ihr Tänzer ist ein schlanker Fant,
gar höfisch und behendig.

Er trägt eine Maske von schwarzemSamt ,
daraus gar freudig blicket
ein Auge wie ein blanker Dolch
halb aus der Scheide gezücket.

Und die Trompeten schmettern drein,
der närrische Brummbaß brummet,
bis endlich der Tanz ein Ende nimmt
und die Musik verstummet.

Durchlauchigste Frau, gebt Urlaub mir,
ich muß nach Hause gehen -
die Herzogin lacht - ich laß dich nicht fort,
bevor ich dein Antlitz gesehen.

Durchlauchigste Frau, gebt Urlaub mir,
mein Anblick bringt Schrecken und Grauen-
die Herzogin lacht - ich fürchte mich nicht,
ich will dein Antlitz schauen.

Wohl sträubt sich finster der Mann,
das Weib er nicht zähmen kann,
sie riß ihm mit Gewalt
die Maske vom Antlitz herunter.

Das ist der Scharfrichter von Bergen -
so schreit entsetzt die Menge im Saale -
und weichet scheusam die Herzogin,
stürzt fort zu ihrem Gemahle.

Der Herzog ist klug, er tilgt die Schmach
der Gattin auf der Stelle,
er zog sein blankes Schwert und sprach-
knie vor mir nieder Geselle !

Mit diesem Schwertschlag mach ich dich,
jetzt ehrlich und ritterzünftig,
und weil du ein Schelm, so nenn ich dich,
Herr Schelm von Bergen künftig .

So ward der Henker ein Edelmann
und Ahnherr der Schelme von Bergen.
Ein stolzes Geschlecht ; es blühte am Rhein,
jetzt schläft es in steinernen Särgen.


Hier noch einmal ein Heine Gedicht, es darf zum Fasching einfach nicht fehlen

Bild : gemeinfrei

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