Sinkender Himmel
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Feierabend-Mitglied
Mittwoch 29.11.2023, 18:53 – geändert Mittwoch 29.11.2023, 18:56
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Du Herz, das immer die Sterne begehrte,
für jeden Wunsch verschenkt sich ein Traum.
Sieh, schon neigt sich der abendverklärte
Himmel zu dir, und du faßt es kaum.
Neigt sich und neigt sich und in sein Sinken
hebt die Erde verschreckt ihr Gesicht
und wie mit purpurnen Lippen trinken,
die Höhen das letzte löschende Licht.
Alle Bäume schon müssen ihn fühlen,
steil greift ihr Schmerz in den Abend empor
und mit zitternden Armen wühlen
sie sich in den samtenen Sternenflor.
Und tiefer rauschen die Wolkenfernen,
schon streifen sie dich, wie ein Kuß, wie ein Kleid
und wiegen nun sanft mit den silbernen Sternen
dein Herz in die nahe Unendlichkeit.
Stefan Zweig
österr.Schriftsteller
28.11.1881 ( 1 Tag verspätet - keine Zeit )
23.02.1942 Suizid im Exil - USA
Stefan Zweig gehörte zu den meistgelesenen deutschsprachigen Schriftstellern des 20.Jahrhunderts.
Das Gedicht aus dem Zyklus " die frühen Kränze"
01. Die Lieder des Abends
eig.Bild