Vereinsamt
Von
Luiserl
Freitag 14.06.2024, 17:47 – geändert Freitag 14.06.2024, 17:53
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Bild: de.wikipedia.or g/wiki/Datei:Caspar_David_Friedrich_056.jpg#file/gemeinfrei
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirrend flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. -
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!
Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist Du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn?
Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends halt.
Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein.
Weh dem, der keine Heimat hat.
Friedrich Nietzsche
(* 1844-10-15, † 1900-08-25)