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Büblein auf dem Eis

Von Feierabend-Mitglied 26.11.2023, 05:24

Will sehen, was ich weiß
Vom Büblein auf dem Eis

Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht im Weiher
und spricht so zu sich leis:
Ich will es einmal wagen,
das Eis, es muß doch tragen,
wer weiß?

Das Büblein stampft und hacket
mit seinen Stiefelein,
Das Eis auf einmal knacket
und krach! schon bricht’s hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt
als wie ein Krebs und zappelt
mit Schrei’n.

Oh helft, ich muss versinken
in lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muss ertrinken
im tiefen, tiefen See!
Wär nicht ein Mann gekommen,
der sich ein Herz genommen,
o weh!

Der packt es bei dem Schopfe
und zieht es dann heraus,
vom Fuße bis zum Kopfe
wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
der Vater hat’s geklopfet
zu Haus.

Aus dem Buch „Kinderheimat“ Verlag Schnell & Steiner München 1949
Gedichte von Friedrich Güll (1. April 1812 bis 24. Dezember 1879)
Bilder von Hermann Kaulbach (26. Juli 1846 bis 9. Dezember 1909)

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