Violine
Von
Fiddigeigei
Donnerstag 11.01.2024, 15:38
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Fiddigeigei
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Was ein Tag heute!
Die Nacht hatte mich in kaltem Schweiss gebadet, den an diesem Tag (2024 am 13ten Dezember),ist der Welttag der Violine.
Das hat mich an meine allergrößte Niederlage in meinem Leben erinnerte.
Meine Familie aus lauter weiblichen Wesen bestehend, vertraten die Ansicht, dieser Knabe mit 10 Jahren müsste ein Wunderkind sein und ein neuer geigender Mozart oder Paganini werden. Die 5 Damen, bestehend aus 4 Schwestern Plus Frau Mama, sahen sich schon, in teuren Abendkleider eingehüllt und mit Operngläser ausgerüstet, mich auf meinen weltweiten Konzertreisen begleitent. Die Geige wurde deshalb gewählt, weil sie sich in einem Fundus befand, der aus einem Erbe stammte, sonst hätte ich auf einer abgelegten Familien- Hohner -Mundharmonika, die alle 4 Münder meiner Schwestern bereits kennen gelernt hatte, lernen müssen.
Nach 5 Stunden bei einem örtlichen Geigenlehrer, der mir kostenlosen Unterricht geben wollte, weil er sich so hinterlistig so an meine ältesten Schwester nähern konnte, kam in eine Psychiatrie, obwohl ich den Geigenbogen mit jede Menge Kolophonium einrieb, drangen aber nur krächzende Laute aus dem Schallkörper.
Meine 5 Damen bekamen nacheinander einen Tinnitus und gewaltiges Ohrensausen.
Ein Schlaf konnten sie nicht mehr denken, da ich von Fiedelleidenschaft gepackt auch nächtens zusammen mit den Nachbarkatzen eine Kleine Nachtmusik einspielte.
Eines morgens war die Geige plötzlich verschwunden und es wurde durch einen eiligst einberufenen Familienrat mitgeteilt, dass die Geige sich davon gemacht habe und sich dort befände wo der Himmel voller Geigen hinge.
An mir konnte das Verschwinden nicht gelegen haben, denn ich kratzte bereits mit Unterbrechungen die Tonleiter rauf und runter.
Meine große Schwester war mir wochenlang böse, weil sie den „Geigenlehrer“ nun in der Psychiatrie, etwa 10 Km von unserem Städtchen gelegen, besuchen musste.
Übrigens heiratete sie einen Fotografen.
Die Katzen waren sauer, weil sie nun ohne Instrument alleine nachts musizieren mussten.
Ich selber lehnte es ab auf der abgelutschten Familien Hohner blasen zu lernen und habe mich seit dem keinem Instrument mehr genähert.
Fremde Geige, gehst du mir nach?
In wieviel fernen Städten schon sprach deine einsame Nacht zu meiner?
Spielen dich hunderte? Spielt dich einer?
Gibt es in allen großen Städten solche, die sich ohne dich schon in den Flüssen verloren hätten?
Und warum trifft es immer mich?
Warum bin ich immer der Nachbar derer, die dich bange zwingen zu singen und zu sagen:
Das Leben ist schwerer als die Schwere von allen Dingen.
Rilke
Das Gedicht ist kaum einfacher zu verstehen wie die Geige zu beherrschen.