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WATTMATSCHTRETEN

Von egalis Dienstag 01.09.2026, 20:31

Ich wanderte einst im Friesenlande /
mit einem Hochgefühl in meiner Brust, /
so leicht beschwingt und voller Lebenslust, /
durch Geest und Moor bis hin zum Meeresstrande, //

wo ich die Gischt der Brandung sehen wollte. /
Nur gab es keine Wellen hoch zum Deich, /
denn es war Ebbe, und ich wusste gleich, /
es würde dauern, bis die See anrollte. //

So nahm ich meine Schuhe in die Hände, /
ging nackten Fußes durch den grauen Schlick, /
jedoch ein Krebs, mit Scheren groß und dick, /
machte dem Wattmatschtreten schnell ein Ende, //

denn plötzlich kniff er mir in eine Zehe. /
Ich schrie lauf auf und plumpste in den Priel; /
halte vom Barfußlaufen nicht mehr viel, /
weil ich nur noch mit Stiefeln waten gehe. ///

©Curd Belesos
mit Genehmigung entnommen seinem Buch:
Wie schön kann früher Morgen sein


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