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Sonntagsbrunch Passend für einen Sonntag im Mai

Von speedygonzalez 04.05.2025, 10:13

Lilli erwachte neben mir, dehnte sich und hob mühsam die Lider. Sie fielen gleich wieder zu, Aufwachen war bei ihre eine der weniger gut gekonnten Übungen. Ich liebte sie - meine Frau, Geliebte und Knallbonbon. Immer wieder überraschte sie mich mit kuriosen Gags. Wenn sie sich anzog, erlebte ich manchmal, dass sie mich entsetzt ansah und ihre Hände auf ihr lockiges Dreieck presste. Oder aber sie sah mich beim Anziehen an, hob blitzartig ihr Hemdchen und presste es dann verschreckt auf ihre schwar-zen Locken. Man konnte nie sicher sein, was ihr als nächstes einfallen würde, nur beim Aufwachen haperte es. Innerlich grinste ich, es machte mir Spaß, sie aus Morpheus Armen zu locken. Meine Hand schlich hinüber und zog ihr langsam die Decke weg.
„Verpiss dich!“
Sie drehte sich weg. Auch gut, so kam ich besser an ihren entzückenden, knackigen Po, der mich jedes Mal so in Stimmung bringen konnte, dass ich fast hineinbiss. Schön warm fühlte er sich an, sie zuckte weg. Undefiniertes Brummen, mit nur noch einer kleinen Spur Ärger.
Es war Sonntagmorgen und wir konnten uns Zeit lassen, die Sonne schien schon hell herein, also vom Wetter her konnte es nicht besser werden. Bei uns aber, denn wir hatten Zeit und auch wenn es nicht so schien, wir kannten dieses Spielchen schon.
Ich rückte nach und fand auf Fingerspitzen trippel-trippel vom Rücken wieder hinunter zum Beginn der Teilung. Immer diese Sofortentschei-dungen rechts oder links! Ich entschied mich für die Seite, die mir näher lag, das Naheliegende also. Krampfartiges Zusammendrücken – aber, aber. Im Zenit dieser lieblichen Anhöhe wieder Platznehmen mit der ganzen Hand. Kam sie mir etwa entgegen? Eine Handbreit weiter drüben der andere Ze­nit. Dass Frauen immer alles doppelt haben müssen, ging es mir durch den Kopf: zwei Brüste, zwei Backen, nochmal zwei Backen, zwei Beine, dazwischen zwei Lippen, nein, vier – egal, nun wärmte ich meine Hand auf dieser anderen Seite.
Lilli, inzwischen hell wach, spielte mit. Blitzartig packte sie die Bettdecke und wickelte sich hinein. Das geschah so gekonnt, dass sie auf dem Rücken liegend vom Kopf bis zum Bauchnabel verpackt nur abwärts im Freien lag. Kaum kamen meine Fingerspitzen an ein Bein, verschränkte sie sie, die Tugendwächter ihrer Keuschheit krampfhaft. Wieder trippelten die Finger Nabelabwärts und standen vor der Entscheidung rechts oder links. Wie ein Ruck sprangen ihre Beine auf, ließen ihr schwarzes Mäuschen sehen und klemmten alles wieder ein. Weiteres Trippeln, wohin bloß? Ihre Beine schnellten wieder auf und zu. Trippeln und aufpassen. Der Mittel-finger kratzte über die Haut, wie ein Stier mit den Hufen scharrt. Als die Beine wieder aufsprangen, war meine Hand dazwischen und wurde einge-klemmt. Lilli kann enorm pres­­sen, nur einen Finger konnte ich bewegen und der flüchtete sich in die warme feuch­te Höhle.
„Bald gibt’s Frühstück.“
„Kannst du dir sonst wo hinschieben.“
Nuschelte die Bettdecke. Auch den Bettzipfel hielt sie so gekonnt fest, dass sie blitzartig herausschauen konnte. Aus blitzenden schwarzen Augen sah sie mich an. Listiger Ernst im Gesicht.
„Was gibt’s denn?“
„Brunch“
Die Decke fuhr wieder vor ihr Gesicht. Mein eingeklemmter Finger wagte sich vor. Ließ der Druck etwas nach? Nein, sie klemmte mich noch fester ein.
„AU! Es gibt auch Ei dazu.“
Die Bettdecke fuhr zurück, forschende Augen.
„Im Bett?“
Ich nickte und musste mir das Grinsen gewaltig verkneifen. Vorhang zu. Der Druck auf meine Hand ließ um eine Spur nach. Es lebe die Ein-Finger-Beweglichkeit.
Vorhang, alias Bettdecke ging ruckartig auf.
„Rührei?“
„Rühreier.“
„Im Glas?“
Ich nickte. Die Bettdecke, wie ein Korkenzieher um Lilli gewickelt wurde ganz langsam wieder über das Gesicht gezogen. Die Beine gaben nach. Meine Hand kam frei und schlich sich absolut unauffällig auf die eine Brust, die bei dieser Inquisition, außen geblieben war. Die mochte das, wie die Knospe verriet. Bloß ein Auge schaute heraus.
„Bald?“
„Jetzt“
Vorhang zu. Die runzelige Knospe bekam einen Kuss, Marke >a kommt noch mehr<.
Ende des ersten Aktes.

Mit einem Tablett brachte ich alles ans Bett. Den heißen Milchkaffee, schon gesüßt, den Toast in Streifen geschnitten und ein hohes Glas mit weichem Rührei.
Lilli, zerzaust, wie eine Figur aus Wilhelm Busch, bequemte sich, ans Kopfteil hochzurutschen. Den Kaffee stellten wir auf den Nachttischen ab. Das Körbchen mit den Toaststreifen und das Glas, Gottseidank mit Fuß, denn es war doch sehr warm, hielten wir in den Händen. So fütterten wir uns gegenseitig. Jede Übergabe wurde mit einem Kuss quittiert. Wanderküsse, die wanderten, suchten und fanden. Beide wussten wir, wo die Wanderung hin gehen, wie es enden würde.
Es begann damit, dass mir ein Toaststreifen im Rührei zerbrach. Ganz fix hatte Lilli ihn herausgefischt und schob ihn mir in den Mund. Die Finger mussten natürlich gründlich mündlich gereinigt werden. Lilli strampelte. Ein Turbogenerator in mir brachte mein Blut örtlich besonders in Wallung. Der Aufstand blieb nicht unbemerkt. Den nächsten Toast steckte sie sich zwi-schen die Zähne und ich versuchte ihn abzuknabbern. Ihr Gesicht ließ das Kommende erahnen. Toast mit Rührei auf ihren Knospen, den Toast für sie, die Knospen für mich, ein Hochgenuss, für Lilli nicht minder. Es ging nichts verloren, auch wenn Rührei recht fest anhaften kann. Doch wer lässt Rührei an solchen einladenden Knospen schon vertrocknen. Ich nicht und Lilli war es sehr angenehm, dass ich für Reinlichkeit sorgte. Wir beide waren hoch­gradig in Fahrt, als der Toast zu Ende ging.
Die Korkenzieherbettdecke war schon zu Beginn des zweiten Aktes fort-geflogen. Wenn man Toast mit Rührei so gezielt verteilen will, muss man schon eine ruhige Hand und Anhaltspunkte haben.
Gut, die kannten wir beide ja. Noch zwei Mal bekamen die Knospen eine Rühreimaske, die ich genüsslich wegzüngelte. Da der Toast zu Ende war, hatte ich ja schon eine Hand frei und wärmte ihr Mäuschen.
Den Rest lehrte Lilli sich darüber. „Eier im Glas“ konnte man das nicht mehr nennen, so unruhig, wie der Behälter ging, „Eier im Turboshaker“ wohl eher, aber im Schraubstock meiner Arme ging nichts verloren, ich fand alles. Lilli tobte unter mir und es kostete viel Mühe, ihr das Beruhigungs-zäpfchen einzuführen. Spitzbübisch nannte sie es immer so, wenn sie versuchte, es in beiden Händen zu umfassen, freches Biest! Wenn sie weiter so toben würde, bräuchten wir die Feuerwehr. Aber letzten Endes gab es eine Kühlflüssigkeit und es brannte nichts an.

Der Kaffee war wieder einmal kalt geworden, aber das nahmen wir glücklich in Kauf, ebenso, wie ein neues Glas, etwas dickwandiger und mit festem Fuss.

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