Die Entscheidung
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Feierabend-Mitglied
01.02.2026, 11:16
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Das griechische Heer in Persien, auf der Flucht nach der Schlacht bei Kunax, muss um schneller zu marschieren, alles zurücklassen und verbrennen ihre Eigentümer an einem Abend in der Wüste auf riesigen Scheiterhaufen.
Auch Levi, als Zeitreisender als spartanischer Söldner getarnt und Phallakis, eine persische Hetäre, einstige Geliebte des Königs Kyros, verbrennen alles, was sie nicht am Leib durch die Wüsten Persien mit sich führen können.
Als Zeitreisender stellt sich Levi die Frage, Gehen (in seine Zeit zurück) oder Bleiben (bei Phallakis, die schönste Frau unter den Griechen) ....
"Levi schritt nun schneller, er lief fast, zu jenem Scheiterhaufen, an dem Phallakis zu treffen hoffte. Als er ankam, stand sie dort mit einer Fackel in der Hand allein. Ihre Diener und Sklaven, die sie am Morgen in die Freiheit entlassen hatte, waren über das ganze Lager verstreut. Auch von Judith keine Spur. Sie ergriff seine Hand und er spürte ihr Zittern. Auch Ruah und Su scharten gut 40 Meter mit den Hufen und waren nervös. Die Dämmerung brach an und ein Kriegshorn durchschnitt die Stille. Irgendjemand stimmte mit lauter Stimme ein Trauerlied an. Und andere stimmten darin ein. Dann wurden Tausende von Feuer entzündet und die Flammen nahmen sich das, was sie zu fassen bekamen, alles! Die Funken sprühten gen Himmel erst ins Dämmerlicht und dann ins Dunkel der Nacht. Phallakis standen die Tränen in den Augen, als sie die Fackel anlegte und der Scheiterhaufen sich sofort entzündete.
Die Wärme der Steine breitete sich in seinem ganzen Körper aus. Wenige Schritte, und er stand inmitten der Glut, in voller Rüstung. Su und Ruah rissen an ihren Seilen und tänzelten.
Jetzt!
Aber Phallakis hielt ihn mit eisernem Griff. Die Energie der Steine pulsten durch seinen Leib. Er sah ins Feuer. Die Steine drängten ihn jetzt. Er sah in Phallakis Gesicht und erkannte darin in den geweiteten Augen ihre Furcht und ihr Flehen.
Ich kann das nicht! Nicht jetzt!
Und als er dachte, warf Phallakis die Fackel auf den Flammenhaufen und warf sich in seine Arme. Und er hielt sich fest.
„Bleib! Levi! Bleib bei mir, ich liebe Dich! ...“. Sie schrie es heraus, als ginge es um Leben und Tod.
Er zerrte sie von der Hitze der Glut weg, die stärker wurde. Sie war schweißdurchnässt. Und er küsste sie auf ihre vor Angst und Flehen bebenden Lippen. Das Leuchten der Steine ließ nach und erlosch schließlich.
Es war entschieden!
Phallakis zog ihn zu dem kleinen Zelt hin, das bisher seines gewesen war. Es blieb übrig, weil es ein Pferd bequem tragen konnte und Phallakis Su besaß. So wurde es für Levi und Phallakis eine enge Behausung sein. Er entledigte sich seiner Rüstung und stand nackt vor ihr. Ihre Blicke sogen bei seinem Anblick jeden Millimeter Licht auf und sie spürte jetzt, wie sehr sie sich sehnte, dass er sie ergriff.
Sie legte noch vor dem Zelt ihr Gewand ebenfalls ab. Nackt trat sie an ihn heran, küsste ihn leidenschaftlich, wie sie noch keinen Mann zuvor geküsst hatte, und je mehr ihre Hände über seine Haut liebkosend glitten, umso mehr ergriff beide Lust und Verlangen. Sie brauchte ihn, mehr als alles bisher in ihrem Leben, brauchte sie ihn.
Sie zog ihn in Zelt auf das Bettlager und sie liebten sich stundenlang im Schein der Feuer, die draußen brannten – gierig und verzweifelt.
Sie hatten nichts. Sie hatten sich."
Auszug aus: Thomas Bernhard Braun: Der Mann, der mit Zehntausend durch Persien lief. Band II der Reihe: Die Frau, die ihr eigenes Sparbuch schrieb.
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