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Die Waldgeister

Von Feierabend-Mitglied 16.08.2020, 23:48

Der letzte Rest vom Morgentau verdunstete unaufhaltsam in der beginnenden Wärme der Mittagssonne. Das morgendliche Treiben der Wald und Wiesenbewohner, so schien es mir, hielt inne, um ein wenig zu verschnaufen. Schließlich musste ja auch genug Energie für die zweite Tageshälfte zur Verfügung stehen. Der verdunstende Tau hob sanft den Duft des sich langsam erwärmenden Bodens in die Lüfte, wo er vom Wind in alle Richtungen verteilt wurde.
Der Duft des Bodens vermischte sich mit den Gerüchen des nahe gelegenen Waldes. Dorthin führte mich mein Weg nach einem ausgiebigen Frühstück auf dem Balkon meiner Wohnung. Ich zog meine Sandalen aus, steckte sie in meinen Rucksack und ging barfuß weiter. Ab und an huschte etwas über den, stellenweise noch mit dem Herbstlaub des vergangenen Jahres, bedeckten Waldboden. Eigentlich sah ich nur die Bewegungen. Was diese verursachte, blieb meinen Augen verborgen. Es hatte schon etwas Geheimnisvolles an sich, was sich direkt vor meinen Füßen abspielte. Lief dieses „Etwas“ vor mir weg, wollte es mich freudig begrüßen, oder war es eine Warnung vor den Gefahren der Natur und des Waldes? So klein, so flink und doch so geheimnisvoll.

Durch das noch nicht in voller Pracht stehende Blätterdach der Bäume konnten die Sonnenstrahlen fast ungehindert bis an den Waldboden gelangen und diesen aufwärmen. Es schien, als ob der Boden mit einem Male zu atmen begann und mit ihm neue Düfte, umgeben von eben noch nicht dagewesenen Geräuschen, meine Nasenflügel umspielten. Langsam, vorsichtig einen Fuß nach dem anderen auf den atmenden Boden setzend, erreichte ich eine kleine Lichtung, auf der einige alte Baumstümpfe und auch zwei gewaltig große Bäume standen. Der Anblick versetzte mich in eine leicht melancholische Stimmung. Wie vergänglich doch alles ist. Ich schaute nach unten und sah direkt an einem der Baumstümpfe das emsige Treiben der kleinsten Waldbewohner, der Ameisen.

Ich setzte mich auf einen Baumstumpf und begann so langsam mit meiner Umgebung Eins zu werden. Das Klopfen eines Spechtes erschien mir, als wolle dieser um Einlass an der Tür zu meiner Gedankenwelt bitten. Die mittlerweile vom Morgentau befreiten Spinnennetze vibrierten beim leisesten Luftzug. Oder war das Vibrieren durch die Erschütterungen, die durch die Schritte eines größeren, bislang noch unsichtbaren Waldbewohners, oder gar eines Waldgeistes verursacht worden, die alles rundherum in Schwingungen versetzten? Vieles schien so nah für fast alle meine Sinne, aber doch unerreichbar für meine Augen, meinte ich, bis jetzt.

Ich stand auf, lehnte mich an einen der Bäume, zog mich aus und streckte die Arme nach oben, der Sonne entgegen. Nackt stand ich nun da. Verbunden und Eins mit der Natur. Der Waldgeist hatte mich voll im Griff. Ich holte meine Decke aus dem Rucksack und suchte mir eine weiche, mit Moos bedeckte Stelle. Dort breitete ich sie aus. Weil meine Blase drückte, setzte ich mich in die Hocke und pinkelte einfach drauflos. Der warme Strahl versickerte im Boden.

Ich wurde immer feuchter im Schritt und das Pinkeln hatte mich noch mehr angetörnt. Nackt legte ich mich in die wärmende Sonne. Dieses Fallenlassen ins Bodenlose sorgte dafür, dass Ströme der Lust und Leidenschaft mich durchzogen und voll im Griff hatten. Da fiel mir ein, ich hatte ja eine Gurke zum Essen mit eingepackt. Die nahm ich jetzt erst mal, um sie mir in meine geile Votze zu stecken. Um mich herum war scheinbar alles still, ich nahm nichts mehr wahr. Das Heranrollen gewaltiger Energiewellen, die alles in mir versinken ließen, übernahmen die Kontrolle über mich. Gezählt hatte ich sie nicht, diese vielen kleinen, immer wiederkehrenden Orgasmen, die über mich kamen.

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