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"Drive in", (3)

Von speedygonzalez Dienstag 07.06.2022, 17:29

Es klingelte bei Mimi und, obwohl erwartet, schreckte sie hoch. „Ja?“ „Pit, bin ich hier richtig?“ „Ja, komm rein, Obergeschoss, links.“ Der Türöffner schnarrte. Mimi trat hinaus und hörte Papier rascheln, Pit erschien auf dem letzten Ab-satz. Blumen also, was wird es sein?
Freude, er kam mit 3 Rosen. Also hatte sie sich nicht getäuscht, ihr Herz mach-te einen Sprung, ihr Gesicht zeigte es. Nur ganz flüchtig flitzen ihre Gedanken zu den Dessous, die sie drunter trug.
„Oh, das wäre aber nicht nötig gewesen, schön sind sie. Komm rein.“
Pit trat ein. Nach einigen üblichen Freundlichkeiten saßen sie sich gegenüber und wussten nicht recht weiter. Pit fasste sich ein Herz, sah die zögerliche Mimi an, er lächelte. „Sag mal, es sollte doch eigentlich nicht so schwer sein, den Ablauf von gestern noch einmal zu rekonstruieren. Fangen wir doch bei dem Punkt an, wo wir fast zusammen geknallt wären.“ Mimi nickte zustimmend, konnte jedoch nicht verhindern, dass ihr bei zusammen geknallt, etwas Men-schlicheres durch den Kopf geisterte. „Also, wir kamen beide recht mittig auf der Rampe zustehen. Offensichtlich beide mit einem starken Eindruck oder Erlebnis beschäftigt, das wir grade passiert hatten.“ „Was war das bei Dir?“ Die Blutpumpe war bei Mimi schon angelaufen. Pit musste recht tief durchatmen. „Nun, das habe ich dir im Café schon erzählt.“ Tiefe Röte flammte wieder über Mimis Gesicht bis in den Ausschnitt hinunter, als sie wieder daran dachte. „Siehst Du und das muss einen direkten Zusammenhang mit Deinem Einkauf haben. So begeistert, wie Du ausgesehen hast, muss das schon umwerfend gewesen sein. Sogar so stark, dass Du die Tüte mitgenommen hast.“ Mimi nickte nur. Erschlagen saß sie auf dem Sofa und konnte nicht weiter, so sehr sie auch wollte.
Pit nahm sich wieder ein Herz, er kam herum neben sie auf das Sofa, der Kaf-fee war vergessen, und nahm eine Hand von ihr. Beide fanden es beruhigend. „Die Werbung auf der Tüte habe ich erkannt, es muss etwas Berauschendes für Dich gewesen sein, daher meine Frage und die lockeren Bemerkungen hin-terher. Du erinnerst dich?“ Alles wirbelte durcheinander in Mimi, im Kopf, im Herzen, im Bäuchlein, sie trug diese entzückenden Nichtigkeiten ja am Körper … „Du hast mir sehr stolz Deinen Einkauf gezeigt. Was genau es war, konnte ich noch nicht erkennen, winzig auf jeden Fall, doch der Name ‚Drive In‘ hat mich direkt an die Einfahrt am Parkhaus denken lassen. Mir ging durch den Kopf, wie es wirken würde …“ diebisches Grinsen schlich sich auf sein Gesicht, rot wurde er auch wieder … „wenn statt des einen Sperrbalkens, zwei dort wären, die sich öffnen und den Weg freigäben. Das sähe doch einer weiblichen Freigabe sehr ähnlich, mehr einem Drive in.“ Wieder schoss Blutröte über Mimis Gesicht. Die Bernsteinsplitter in ihren Augen ließen sie funkeln. Pit sah es, er wartete ein paar Sekunden. Von ihr kommt nichts, sie kann nicht, das merkte er nun.
„Soll ich weiter machen?“ Mimi nickte nur. „Dann bist Du wirklich geflüchtet. Wegen einem kleinen schwarzen Set.“ Mimi nickte. „Und jetzt hast du es an …“ Mimi deutete auf ihren Ausschnitt, noch dunkler wurde sie. Pit flüsterte. „Und wolltest mir ein Tattoo zeigen …“ Mit geschlossenen Augen nickte Mimi, sie bewegte die Beine, öffnete sie etwas. Pit erkannte es, ihm dämmerte etwas. Seine Hand fand zu ihrem Bein, sie zuckte, blieb aber. „Mimi …“ Er flüsterte, sie nickte nur, nahm seinen Kopf herum und küsste ihn.
Süß waren sie, die Küsse und voller Versprechen, die gleich eingelöst würden, durch noch mehr Küsse, die vorgegebenen Bahnen, zwingendem Verlangen folgten. Pit war der Erste, der sein Hemd verlor, Mimi folgte, was ihrem Einkauf jetzt die gebührende Bewunderung brachte. Diese zarten, seidigen Hüllen, allein geschaffen, auf den Inhalt aufmerksam zu machen – und sie schafften es mit Leichtigkeit.
Beide lagen sich in den Armen, lang auf dem Sofa, beide gespannt auf das Neue, das reizvolle Schöne im Anderen. Mimi konnte nicht verborgen bleiben, welchen Eindruck sie auf ihn machte. Zu starrsinnig drückte seine untere Geo-grafie an ihr Bein, die Hose ließ keinen Zweifel. Neugieriges Interesse in den Augen, verfolgte sie seine Hand den Rücken hinunter. „Drive In?“ Er meinte damit den anderen Teil ihres frechen Sets. Sie dachte an beides.
Ihr Mini war geknöpft. Hatte sie mit dergleichen gerechnet? Pit öffnete ihn und schlug sie Teile zurück, wie bei einem Geschenk. Da lag es, ein blanker Schoß, zwei sehr lange Bändchen, die ein winziges, seidiges Stoffdreieck hielten. Wie Rosenblätter ihr Spalt, darüber ein Tattoo: "Drive in".
Pit atmete aus, legte den Kopf auf diesen Schoß. Er schob seine Arme um ihren Körper und hielt sie fest. Stille
Das war es also – jetzt verstand er, dass sie so auf seine Demo mit den Armen reagiert hatte. Er lächelte sie an. „Also ein "Drive in" für Deinen "Drive in" namens "Drive In".“ Sie dankte mit einem Lächeln, ein Teil der Riesenspannung wich, machte Platz für das Kommende, was Mimi ebenso vibrieren ließ.
Pit war ganz Aufmerksamkeit für diese Trilogie. Wirklich, ein allerliebster feiner Hauch schwarzen Gespinstes, nicht viel mehr, als ein Spinnennetz, mehr ein Hinweis, eine Einladung, es sich näher anzuschauen. Und es hieß auch noch "Drive in". Ein Hauch von einem Kuss schwebte hernieder.
Mimi streckte sich, schloss die Beine und zog Pit zu sich herauf. Bernsteinaugen, tiefen Verlangens, gemischt mit Erfahrungen anderer Art sa-hen ihn an. Pit sah sie an. „Ich möchte mit dir schlafen, Mimi.“
Die Antwort sah er in ihren Augen. „Haben wir Zeit?“ Die Augenbrauen ließen die Frage erkennen. „Ich meine, darf sich unsere Haut erst miteinander vertraut machen?“ Sie nickte nur, aufatmend entspannte sie sich etwas und half ihm aus den Resten seiner Kleidung. Es gefiel ihr, was sie sah, fasste nach ihm, kräftig ihr Eindruck und hielt ihn fest. „Die Haut will sich bekannt machen?“ Pit nickte. „Geht das auch so – zum Bekanntmachen?“ Mimi hob ein Bein, schob seine Härte dazwischen und schloss ihn ein. „Das ist doch auch Haut, oder?“ Keine Fahrkarte hätte zwischen sie gepasst, so fest umfasst hielten sie sich – die Haut sandte ihre Fühler aus, begriff die Zuneigung auf beiden Seiten und freute sich, beide spürten es.
Sie neigten sich zurück, wollten sich besser sehen können, passend zur Zwie-sprache der aneinander geschmiegten Haut. Die Hände beteiligten sich, such-ten, fanden Neuland, die es liebte gefunden zu werden. Wieder der Tanz der Küsse, der Münder in weiteren Kreisen, dem Orbit folgend, wo vorher die Hän-de schon waren. Die Körper lösten sich, suchten andere Kontakte, die Hände voraus, die Münder folgten. Sie fanden wieder Ruhe an begehrenswerten Zonen und wurden freudig begrüßt.
„Drive in, Pit, bitte, drive in!“ Er drehte sich, ihre Beine, ihre Schranken, beiderseits, waren sehr offen. Beide fühlten es, beide konnten nicht anders – drive in!
Heftig atmend ließen sie von einander ab, ihre Beine kamen herunter und schlossen ihn ein, seine Arme schlossen Mimi ein. „So muss es sein.“ Beide meinten es, beide lachten leise – und hielten sich fest. Die Deko schmückte ihren Körper immer noch.
Mimi drückte ihn hoch, ihn besser anzuschauen. „Hast du auch gezahlt?“ Schalk in ihren Augen. „Doch ja, habe ich. Könnte sein, dass das Kleingeld bald auf dem Sofa liegt.“ Befreit lachend schob sie ihn hoch. „Das ist nicht für die Putzfrau!“
Nun schmeckte auch der Kaffee, ein frischer.


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