Mutige Forscher T.2
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Feierabend-Mitglied
Samstag 23.01.2021, 17:27
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Die Höhlenwände zitterten und vibrierten so stark, dass auch der Lolli immer wieder eingeklemmt wurde. Ihm machte das aber offensichtlich nichts aus, trotzdem alles in Bewegung war.
Im Gegenteil, augenscheinlich hatte er großen Spaß dabei. Dazu diese vielen glitschigen Flüssigkeiten. Es gab nirgends ein Halten. Ein Inferno bahnte sich an. Die Forscher wurden so durchgeschüttelt, dass sie manchmal schon Angst bekamen.
Aber der Spaß überwog, denn die Entdeckerfreude war riesengroß. Der große dicke Stamm fuhr also wieder ganz langsam in der schlüpfrigen heißen Grotte tiefer und immer tiefer.
Die Wände zuckten und vibrierten immer stärker. Dann zogen sie sich zusammen und engten den dicken Stamm so ein, dass keiner glaubte, dass der jetzt noch tiefer in die Höhle eindringen kann. Aber der kann. Und wie.
Mit Gewalt und seiner großen Lust zum Erforschen des Inneren dieser unheimlich schönen Höhle schaffte es der Große, immer weiter vorzudringen. Das ganze Gebirge mit den feuchtwarmen glatten Wänden bewegte sich erst langsam, dann immer schneller auf und nieder.
Drehte sich nach rechts und nach links, dann urplötzlich nach oben, so das der dicke Stamm plötzlich ganz tief in die Höhle rutschte. Die kleinen Forscher konnten sich kaum auf ihren Beinen halten und rutschten hin und her, vor und zurück.
Aber sie hielten den vielen Bewegungen , den Schreien und Stöhnen die durch das Gebirge jagten, tapfer stand. Es war der blanke Wahnsinn, was sich hier abspielte.
Und sie wollten alles pur und live miterleben.
Dann verengten sich alle Wände dieses Tunnels so schnell wie es erst nach oben ging, wieder in die Tiefe. Der große Dicke bewegte sich deshalb rückwärts, fuhr also langsam unter ständigem Zucken seines Körpers aus der Höhle. Am Eingang blieb er stehen und bewegte sich in dem Gebüsch, das die Eingangsspalte wie ein Kranz umgab, mit seiner ganzen Größe kreuz und quer, hin und her, auf und nieder.
Kam bis an den zuckenden kleinen und spitzen Hügel oberhalb des Einganges, den streifte er, drückte von allen Seiten auf seine Oberfläche, was offenbar allen Beteiligten große Freude bereitete. Besonders die heraus ragende Spitze dieses beweglichen Gipfels muss tolle Gefühle hervorrufen. So ging das eine Weile.
Die Seitenwände am Höhleneingang zitterten, verengten sich, öffneten sich wieder. Immer begleitet vom Heben und Senken des ganzen Gebirges, in dem die Grotte in die sündig schöne warme, feuchte und glatte, teilweise gewellte, genoppt und uneben in die Tiefe führte.
Die kleinen Forscher fanden das aufregend, schön und unheimlich reizvoll. Dann konnte man ein Rauschen vernehmen. Erst zart und leise, wurde es langsam lauter.
Der große Kopf des Lolli fuhr in immer schnellerer Folge in die Tiefe der Höhle, fuhr dann wieder zurück, jetzt aber nicht mehr soweit nach draußen. Sondern in kürzeren Intervallen in die sich stark bewegenden und immer stärker zuckenden Wände der Grotte, die sich außerdem öfter ganz stark zusammen zogen.
Es war das pure Inferno, das sich anbahnte. Die Forscher wurden zwischen den Wänden der Höhle und der auf und ab fahrenden dicken Keule mit dem Loch hin und her gewirbelt.
Sie konnten hier nicht mehr stehen oder sitzen, sondern wurden in allen Zwischenräumen durcheinander gewirbelt.
Das Rauschen hatte unterdessen eine Lautstärke erreicht, die kaum noch erträglich war. Aber woher kam dieser Lärm einer Meeresbrandung? Sie sollten es sofort erfahren. Denn plötzlich schrien, jaulten, heulten alle Sirenen der Welt, alle Tiere des Waldes, der Wiesen und der Lüfte brüllten auf. Aber nicht vor Schmerz oder vor Angst, sondern vor Freude und Erlösung.
Die starke Keule fuhr noch zwei, dreimal in die Tiefe der Grotte und blieb dann unverhofft mittendrin stehen.
Die Öffnung an der Spitze weitete sich urplötzlich und ein Strom einer dicklichen, weißlichen Flüssigkeit, die aussah wie dicke süße Sahne, kam in einem riesigen Schwall heraus, überflutete
alles. Dabei zuckte dieser Große super stark und alles ergoss sich in alle Hohlräume.
Die Wände der Grotte vibrierten so stark wie nie, dadurch wurde die Flüssigkeit noch zusätzlich vor und zurück und auf und nieder gedrückt und schleuderte dabei durch die ganze große Höhle. Der Schwall nahm kein Ende, das Wogen der dicken Wellen, das Zucken rundherum war infernalisch.
Nichts blieb an seinem Platz, alles war in Bewegung. In der weißlichen Sahne war ein quirliges Leben, eine freudige Stimmung verbreitende Lebensform zu sehen.
Das waren unendlich viele kleine, nur aus einem Schwänzchen und einem Kopf bestehenden Geschöpfe zu sehen. Sie schlängelten sich unter großem Gejohle, wie Sportler bei einem lustigen Wettkampf, in die Tiefe.
Da wo die zuckende Grotte ein Ende hatte, waren mehrere kleinere Gänge zu sehen. In diese Richtung bewegte sich alles. Wie als Zuschauer eines Wettkampfes kamen sich die Forscher vor.
Die große dicke Keule war bis ans Ende der nassen und glibberigen Grotte gestoßen und spritzte immer noch vieles ab. Die vielen Fädchentiere schlängelten sich unter großem Gejohle in alle Öffnungen, die vorhanden waren. Sie suchten anscheinend ein für sie wichtiges Ziel.
Noch war überall ein großes Zittern und Zucken, ein Stöhnen und Kreischen, ein Wispern und Flüstern, ein zärtliches Musizieren und auch Trommelwirbel zu fühlen und zu vernehmen.
Aber die kleinen , mutigen Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass alles langsam zu Ende geht und immer mehr eine befreiende glückliche Zufriedenheit sich ausbreitet.
Eine wunderschöne zarte Ruhe breitete sich aus. Der große Kopf mit dem dicken Stamm fuhr noch ein paar Mal in der Höhle hin und her, verspritzte noch einen Rest seiner Flüssigkeiten , während die Wände der Grotte aufhörten zu zucken und sich zusammen zu ziehen, sich wieder zu öffnen und lockerer wurden.
Die vielen kleinen Tierchen verschwanden langsam in den Nebengängen auf ihrer Suche nach dem Ziel ihrer Aufgabe. Aber nur einer wird Sieger sein. Alle Anderen haben den Weg umsonst gemacht.
Jetzt konnte man ganz deutlich sehen, wie der Große kleiner und auch dünner wurde und sich dann langsam zurück zog.
Und nun verließ er die Höhle und Licht kam durch die Öffnung ins Innere.
Die Forscher krabbelten aus der Spalte ins Freie. Mussten sich am Eingang noch durch dicht bewachsenes Gelände bewegen, stolperten dabei über viele kleine Hügelchen, wateten durch Pfützchen der unterschiedlichen Flüssigkeiten mit großen Mengen von den kleinen Kopf-und Schwanztierchen. , die auch hier überall aus der Grotte zurück geflossen kam, weil da drinnen kein Platz mehr war, diese Menge aufzunehmen.