Spannung
Von ehemaliges Mitglied Freitag 01.01.2021, 19:16
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Es lag immer eine gewisse Spannung in der Luft, wenn wir uns begegneten, mal mehr, mal weniger, manchmal Hochspannung. Nun gut, könnte man sagen, so etwas kommt zwischen Frau und Mann schon mal vor, sonst würde es ja nie zu Beziehungen kommen. In diesem Fall durfte es aber zu keiner kommen, wir waren anderweitig gebunden und außerdem unterschiedlich alt, sehr unterschiedlich. Drei von den 10 Geboten untersagten eigentlich irgendwelche Annäherungen, doch war ich ja nicht so besonders der Religion verbunden, vielleicht sogar Atheist. Nein, Quatsch, wir trauten uns nicht, unseren Herzen zu folgen, sondern ließen Vernunft walten. "Wer mit den Gefühlen einer Frau spielt", sagte ich mir, "muss mit Feuer umgehen können", wieder einmal Chaos in meinem Leben galt es zu vermeiden! Also beobachte ich nur sehnsüchtig meine Nachbarin heimlich, aus dem Badezimmerfenster heraus, wenn sie im Garten arbeitete. Eigentlich hätten mir Zweifel kommen müssen, dass sie es nicht bemerkte, beobachtet zu werden. Schaute sie nicht hin und wieder genau zu meinem Fenster hinauf, nur kurz, aber doch? Bückte sie sich in ihren engen Hosen nicht manchmal etwas länger als nötig? Warum lächelte sie ihr schönstes Lächeln, obwohl niemand sonst anwesend war? Wahrscheinlich bildete ich mir alles nur ein, mein Begehren wuchs mit der Zeit immer mehr an.
Wenn ihr Mann auf Geschäftsreise war, mähte meine Nachbarin den Rasen mit einem Benzin-Motormäher. Eigentlich "Männersache", aber sie konnte es perfekt, wenn der Mäher ansprang. Eines Tages sprang er mal wieder nicht an und ich eilte ihr zur Hilfe. Als gute Nachbarn hatten wir zwischen unseren Grundstücken eine Pforte im Zaun, ich musste also nicht außen herum um die Häuser. Um nicht mit technischen Einzelheiten zu langweilen, es gelang mir, den Mäher "zum Laufen" zu bekommen. "Danke", sagte sie lächelnd und es störte mich gar nicht, dass sie verschwitzt dicht bei mir stand. Es war warm und durch das häufige und vergebliche Ziehen an der Rasenmäher-Schnur war sie klitschnass. "Geh' duschen", sagte ich zu ihr, "ich mäh' für dich!" Dieses Angebot konnte ich gefahrlos machen, meine Frau hatte als Krankenschwester Dienst und konnte nicht eifersüchtig sein, was sonst schon mal vorkam. Also ging meine Nachbarin ins Haus und ich mähte und mähte, bis es nichts mehr zu mähen gab. Ordentlich machte ich den Mäher sauber und stellte ihn in den Schuppen, an den mir bekannten Platz. Um mich zu verabschieden, ging ich durch die offene Terrassentür ins Haus, rief nach der Nachbarin, bekam aber keine Antwort. "Sie kann doch nicht noch unter der Dusche stehen", sagte ich mir, "es wird doch wohl nichts passiert sein?" Jetzt rief ich lauter und bekam von oben eine unverständliche Antwort. Besorgt stieg ich die Treppe hoch und sah sie auf dem Bett liegen, nur mit einem großen Handtuch bedeckt. Ihr Gesicht war gerötet, leise sagte sie, "der Kreislauf, die Wärme". Schnell ging ich ins Badezimmer, tränkte ein kleines Handtuch mit kaltem Wasser und eilte zu ihr zurück. Mit dem kalten Tuch auf der Stirn ging es ihr gleich besser, ihr Puls schlug zwar etwas hoch, aber sie war auch nicht "auf 180". "Der verschwitzte Gärtner kann eine Tür weiter duschen, möchtest du?". So schnell war ich noch nie in einem Badezimmer verschwunden. Als ich zurückkam, nur mit einem Handtuch "bekleidet", stellte sie sich schlafend. Neben ihr liegend, gelang es mir schnell, die Schlafende zu wecken und endlich, endlich konnten wir etwas gegen die unerträgliche Spannung zwischen uns tun. Als wir entspannt und glücklich nebeneinander lagen, sagte sie: "Das war wohl mal fällig zwischen uns beiden, oder?" War es!