Wetterleuchten
Von
speedygonzalez
Freitag 13.05.2022, 23:30
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
speedygonzalez
Freitag 13.05.2022, 23:30
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Franziska, meine alte Freundin aus der Studienzeit war zu Besuch und ich war recht froh darüber. Es ging mir nicht besonders gut, die Trennung von Alex ging mir immer noch nach. Das war erst zwölf Wochen her, also etwas verständlich.
Sie konnte einen, mich besonders, aufmuntern, diesbezüglich war sie ein Sonnenschein. Wir hatten uns nach dem Ende des Studiums durch ihren Weg-zug aus unserer Stadt etwas aus den Augen verloren, doch ich konnte immer noch auf sie zählen.
Die Arme voller Tüten und Taschen, kamen wir grade von einer intensiven Shoppingtour zurück. Es war das reinste Fest des Anprobierens, welches wir nun veranstalteten. Dazu ein Gläschen Sekt, nachdem wir in der Stadt auch schon eines gezwitschert hatten.
Die Stimmung war ausgelassen, genau das, was mir der Arzt für meine deso-late Stimmung ver-schrie¬ben hatte. In den neuerstandenen Sachen spielten wir mal Mädchen vom Lande, mal Grand Dame.
Es war alles sehr heiter, wir kugelten uns vor Lachen, als Franziska in ihren neuen sehr reizvollen Dessous eine Pantomime hinlegte, wie ihr Ex immerfort versuchte, ihr an die Wäsche zu gehen. In dem luftig leichten Gespinst waren ihre weiblichen Attribute wirklich kaum verhüllt, sehr reizvoll.
„Nein, Heinrich, lass das, ich habe doch Kopfschmerzen, Heinrich!“
Sie wehrte imaginäre Hände auf ihren Brüsten ab. Nachher hing alles heraus.
„Au – Grobian, Du sollst mich nicht so drücken.“
Sie schnappte nach ihrem Slip, der ihr heruntergezogen worden war.
„Heinerrich, was sollen die Leute denken – und mit Deinen kalten Fingern!“
Ihre Hände versuchten, ihr Höschen wieder zu richten. Anders sah sie jetzt aus. Früher hatte sie sich nicht depiliert, wie ich von den Saunabesuchen in der Studentenzeit her wußte. Jetzt schmückte nur noch ein schmales Ausrufe-zeichen ihren Hügel.
„HEINRICH – jetzt am helllichten Tag – Du Lüstling!“
Sie fiel neben mir aufs Bett – wir konnten nicht mehr vor Lachen.
Beim Abendessen hatten wir uns wieder eingeholt und konnten den Abend auf der Terrasse genießen. Es war wirklich wohltuend und leichte Gespräche plät-scherten dahin.
Später jedoch verkroch sich der goldene Abendhimmel hinter einer Wolkenand, die einen heftigen Sturm ankündigte. Wir gingen hinein, als der Wind unsere Teelichter ausblies.
Erst, als wir schon zu Bett gegangen waren, fiel der Sturm über uns her. Das bedrohlich dumpfe Grollen und die Blitze in den Wolken ließen nichts Gutes ahnen. Dabei mag ich so etwas gar nicht.
Ich muss trotzdem eingeschlafen sein, als ich schreiend durch einen ohren-betäubenden Donnerschlag hochfuhr. Auch vom Gästezimmer hörte ich Franzi. Schlag um Schlag hämmerte es in meine Ohren.
„Franzi – komm zu mir, bitte!“
Im fahlen Licht der Blitze sah ich sie kommen. Ein leichtes Hängerchen trug sie, sonst nichts, dann war es wieder dunkel. Sie huschte unter die leichte Decke in die Arme, die ich nach ihr streckte.
„Ist ja schon gut, Vio, ist ja schon gut, die tun dir nichts.“
Sie nannte mich immer Vio, Viola war ihr viel zu lang. Sie drückte mich und hielt mich umfangen.
Der nächste Blitz spaltete den Himmel, gleichzeitig mit einem Krach, der uns beide zusammenzucken ließ. Beide schrien wir, dann hatte Franzi sich wieder in der Gewalt und hielt mich fest. Beruhigend ging ihre Hand über meinen Rücken. So heftig, wie ich sie umfangen hielt, mußte sie mein Herzrasen ge-merkt haben.
„Mein Gott, wie Dein Herz schlägt, Vio. Es ist doch nur ein Blitz.“
Ihre Hand unter meiner Brust, wie sie mich hielt, wirkte doch besänftigend und allmählich fühlte ich mich etwas weniger aufgedreht. Lange lagen wir so und blieben dem Wetter gegenüber misstrauisch. Ihre Rechte auf meinem Herzen strömte unendliche Ruhe aus, es war wie Balsam.
Die Gewitterfront war weitergezogen, nur ein sanfter steter Regen rauschte hernieder.
Sie wollte sich von mir lösen.
„Nein, bleib, bitte bleib.“
Nun nahm ich sie in die Arme und schlief später beruhigt ein.
Etwas weckte mich, es war jedoch nicht gleich zuordnen, dafür war es zu sanft gewesen. Nach einer Weile, als ich wieder aus Morpheus Armen auftauchte, kam mir in den Sinn, es könnte eine Hand gewesen sein. Wo war sie gewesen?
Offensichtlich hatte ich mich auf den Rücken gedreht. Meine Aufmerksamkeit ging zu Franzi, die immer noch neben mir lag, ihr Bein über meinen. Ihr Kopf an meiner Schulter und ihr linker Arm unter meinem Nacken hindurch an meier linken Schulter. Sehr sicher fühlte ich mich. Sie schien zu schlafen.
Ihre Hand hatte sich bewegt, doch ja, es war ihre Hand. Sie lag nun mehr auf meiner Brust, als auf dem Herzen. Ging ihre Hand im Schlaf, träumte sie etwa? Weiter im Halbschlaf träumend merkte ich kurz drauf, wie ihre Hand, die mir bei dem Unwetter solche Wärme gegeben hatte, sich wieder bewegte. Sie war noch höher gewandert. Schlief sie wirklich? Geht so eine schlafende Hand? Träumt sie von meiner Brust und ihre Hand folgt? Ich rührte mich nicht, fühlte nur ihre warme Hand auf meiner Brust und beobachtete sie. Wie ruhig sie atmete, sie schlief offensichtlich. Unter ihrer Hand wurde es mir so wohl.
Auf einmal atmete sie tief ein und schob ihren Fuß zwischen meine Beine, ihre Hand verließ mich und lag nun tiefer. Wie sich im Schlafe zu Recht rücken erschien das.
Ich rührte mich nicht. Schlief sie? Schlief sie wirklich? Ihre Rechte lag ruhig auf meinem Leib, allenfalls durch meinen Herzschlag bewegt. Abweisen? Sollte ich mich wegdrehen, sie abweisen, sie, die mich eben so getröstet hatte? Auch wenn sie sich im Schlafe so an mich gekuschelt hatte? War es mir unange-nehm?
Nein, ganz ehrlich. Einerseits fand ich sie angenehm beruhigend dort, doch wiederum eine fremde Hand, das war etwas Neues. Seit Langem eine Hand dort, auch wenn es die einer Freundin war, doch falsch fand ich es nicht. Die Orte im Körper, wo es einem so herrlich kribbeln kann, meldeten sich. Auch da unten, wo ich es am wenigsten erwartet hätte.
Ruhig atmen, Vio, wart ab, ging es mir durch den Kopf. Entweder schläft sie und träumt was Schönes, oder ...? Wie könnte ich ihr sonst die Aufmerksamkeit und moralische Hilfe vergelten, die ich nun von ihr bekam? Abweisen und mich wegdrehen? Und wenn sie sich nur schlafend stellt? Eigentlich fühle ich mich wohl hier in ihren Armen, wie sie sich an mich geschmiegt hatte. Eine harmlose liebe Hand auf meinem Becken. Es kam mir wieder in den Sinn, wie sie heute Nachmittag bei der Pantomime die imaginären Hände ihres Ex abgewehrt und sich dabei die Brüste gedrückt hatte. Sehr sinnlich hatte es ausgesehen. Meine Brüste hatte lange keiner mehr gedrückt.
Und was nun? Schläft sie wirklich? Also um es klar zu machen: wenn sie schläft, ist es doch angenehm. Wenn sie nicht schläft ... aber abstoßend fand ich es nicht.
Ich rückte mich etwas zu recht, zog ein Bein unter ihrem weg, meine freie Hand jetzt auf dem linken Bein, nahe meiner Muschel, ein leichter Seufzer besiegelte die Änderung. Es war schön, hier zu liegen und abzuwarten, ob etwas gesche-hen würde, dabei dieses infam erotische Kitzeln im ... überall.
Franzi blieb ruhig, sehr lange. Doch dann kam ihr Bein auf mir wieder in Bewe-gung. Ihre Hand auch, näherte sich meinem Dreieck. Mit ihrem Kopf an meiner Schulter hätte sie den heftigeren Herzschlag fühlen müssen, ich verhielt mich still.
Ich wartete, sehr lange. Schlief sie nun wirklich? War ich wieder etwas einge-duselt, als ich eine neue Bewegung merkte? Ja, sie schob sich näher heran – und dann ... auf meinen Hügel.
Wie herrlich, dieses Empfinden – eine andere warme Hand auf mir. Als ob sie mir Schutz geben wollte. Träumte sie davon, jemanden zu streicheln?