Wetterleuchten Finale
Von
speedygonzalez
Freitag 13.05.2022, 23:43
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speedygonzalez
Freitag 13.05.2022, 23:43
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Konnte sie, musste sie davon ausgehen, mich im Schlaf zu streicheln? Jetzt müsste sie es aber merken. Mir fiel es sehr schwer, nichts zu merken, oder merken zu lassen. Ihre kraulenden Finger zogen mein Hemdchen immer höher. Ich mußte mich sehr stark bezwingen, nicht zu ächzen, oder zu bewegen, auch wenn es noch so sehr in mir zuckte.
Ihr Bein warf mit einer kräftigen Bewegung die Decke fort, ein leichter kühler Luftzug strich über mich hin. Die Luft war nach dem Gewitter immer noch warm genug. So heiß, wie ich mich fühlte, war es eine echte Wohltat.
Könnte ich mich jetzt noch wegdrehen, sie abweisen? Wohl kaum, auch wenn sie inzwischen wissen musste, dass ich mir ihrer sehr bewusst war. Im Wachen wäre niemals so etwas möglich gewesen. Doch der Schlaf, mein Schlaf, auch wenn nur noch vorgetäuscht, ließ alles zu.
Vom Himmel nur ganz entferntes Wetterleuchten und ein sanfter Sommer-regen. Kühler wehte es herein, angenehm, konnte meine brennenden Em-pfindungen aber nicht ändern. In mir war ein heftiges Wetterleuchten. Meine Nerven zuckten wie Blitze, so glaubte ich.
Ihre Hand kam unter dem Hemdchen auf der nackten Haut wieder zurück. Schmetterlingsgleiche Fingerspitzen, verzehrender als eine feste Hand, tanzten in meiner Leiste. Die Nerven unter der Haut zeigten ihre vorsichtige Wande-rung, Bein ab, Bein auf, Leiste, Leiste aufwärts, abwärts, Halt. Härchen müsste sie schon fühlen, ich fühlte ihre Hand ja auch.
Welche Seligkeit. War das ok? War ich nun lesbisch? War sie lesbisch gewor-den? Ich glaube nicht. Wenn, dann konnte das hier nur schön benannt sein, angenehm, wohltuend.
Wie sie da mit mir spielte, so traumhaft erregend, konnte kein Schlaf mehr sein, Traum auch nicht. Konnte sie davon ausgehen, dass ich noch schliefe? War das denkbar?
Ich glaube kaum, ich war ja auch wach geworden. Wußte sie also, dass ich wach war? Vermutlich schon. Also wenn ich, wach, wie ich war, ihre Hand auf meinem Hügel ließ, musste es wohl auch für mich angenehm, in Ordnung sein. Ich hatte also nichts dagegen, wie es schien.
Also sollte sie weiter an mir spielen, zärtliches Fingerspiel in meiner Muschel, so früher nie erlebt, ich würde weiter so tun, als ob ich schliefe.
Was würde kommen?
Die Ruhe kam. Nachdem klar war, dass ich nicht schlief, obwohl ich zu schla-fen schien und ihre Avancen annahm, konnte es nur schön werden, oder noch schöner.
Deutlicher fühlte ich ihre Finger nun, wie sie außen herum gingen, sanft wie auf Katzenpfoten. Wie sie meinen Pelz streiften, zerteilten und den Weg nach innen freimachten.
Nun mußte sie es fühlen – so nass, wie ich inzwischen war, das konnte nur im Wachsein passieren.
Franzi wußte es also und ließ sich nicht stören. Sie ließ eher die Heimlichkeit etwas fallen und spielte mit meinen Falten. Wie beiläufig gingen ihre Finger über die Lippen, auf und ab, auf und ab.
Wieso kam mir auf einmal so eine absurde Vorstellung in den Sinn, ich säße in netter Unterhaltung in einem Café, unter dem Tisch würde jemand genau, wie Franzi jetzt an meinen Lippen spielen, während ich mir dessen wohlbewusst, zurückgelehnt weiter arglos mit den Anderen unterhielt?
Hier im Bett war ich nicht arglos. Ich war begeistert, ließ es mir nur nicht an-merken.
Falsch.
Als ein Finger von ihr tiefer in meine Feuchte vordrang, zuckte mein Bauch und noch einmal.
Was machte Franzi? Sie drehte nur meinen Kopf zu sich herum und gab mir einen leichten Kuss. Sie schmiegte sich besser an mich – und machte weiter.
Mein rechter Arm zwischen uns drehte sich nach außen, die Hand berührte sie leicht. Ihre Bauchdecke zuckte etwas.
Ihr Fuß drückte meine Beine ziemlich frech noch mehr zur Seite. Sie bekam etwas mehr Raum für ihre neugierige Hand. Ihr Atem änderte sich kaum, das war alles. Sie hatte Zeit, ich hatte Zeit, beide hatten wir viel Zeit.
Es war so reizvoll, ihre Hand zu verfolgen, wie sie verstohlen weiter über meine Muschel kroch. Wie zärtlich sie damit umging! Ich selber hatte genug damit zu tun, die Emotionen, die sie auslöste, in meinem Empfinden zu beobachten. Doch – es ging mir gut. Meine zerschlagenen Emotionen orientierten sich wie-der. Ich war doch etwas wert.
Hin und wieder zuckten meine Beine. Beruhigend kam ihre warme Hand auf den Schenkel, zog ihn noch etwas zur Seite, ganz nebenbei. Wieder auf dem Hügel, diesmal mehr in den Falten. Es musste ganz leicht sein, so feucht, wie ich war. Ich fühlte es, wie sie leichter glitt.
Beglückter Atem entfloh mir ganz leise.
Es geschah so lange nichts, fast schlief ich wieder. Doch richtig schlafen kann man dabei nicht, es war einfach zu lustvoll. Die Finger, leicht wie kleine Insek-ten bewegten sich wieder, hinterließen Gefühle auf der Haut, wie Kreise von kleinen Tropfen auf dem stillen Wasser. Sie dehnten sich aus, kamen an, gin-gen wieder, andere kamen an. Immer neue Insekten krabbelten auf meinen Falten. Außen, auf beiden Seiten, auf und ab. Oben, wo ich so gerne berührt würde, wo es schon einem Gewitter gleich käme, war Ruhe. Beide Wände, da liefen die Käferfinger, runter und rauf.
Ich ließ mich gehen, wurde weich, die Beine gaben von selber mehr Platz. Die Käfer fanden die anderen Falten, fühlten sich daran entlang auf und ab, wieder und wieder.
Franzi schob mir ihren linken Arm unter dem Nacken durch auf meine Brust. Wie mir das Herz flog, war nur zu deutlich. Mein Atem hetzte, ich hatte mich er-geben, wartete nur noch, erlebte und hoffte.
Ihr Kopf kam weiter herum, fand die Knospe und nahm sie in den Mund, die andere blieb in ihrer Hand.
Worauf achten? Was war ich nun? Der saugende Mund an meiner Brust weck-te mütterliche Gefühle, was von den Fingern um meine andere Spitze gleich konterkariert wurde. Dort war nichts mütterliches, dort herrschte Hochkonjunk-tur in weiblicher Lust. Die andere Hand in meinen Falten, mitnichten eine männliche Hand, wie früher, nein, eine sehr zärtliche Frauenhand, die sehr wohl wußte, wie man Lust bereitet. Endlich fand sie zu meiner Perle.
Da war es vorbei mit meinem Schlaf. Stöhnend krümmte ich mich zusammen, drückte ihre Hand auf meine Muschel. Immer wieder zog ich mich zusammen, wurde wieder offen und stemmte mich ihr entgegen.
„Komm, Du Rabauke, mach, weiter, ich halte es nicht mehr aus.“
Meine Beine sprangen weit auf und erwarteten ihre Hand, ihre Finger, ihre Zärtlichkeit.
Leichter Druck ihrer ganzen Hand auf der Region.
„Bleib ganz ruhig, Vio, alles wird schön.“
Das sagte sie so einfach, sie machte es auch so. Nur für mich, in mir tobten Wetterleuchten an Empfindungen, an Lust, da war es nicht so einfach. Nein, es war ... unbeschreiblich.
Wie können Finger, die die Muschel massieren, nur solch einen Aufstand pro-vozieren? Allein schon außen herum, und nicht einmal an der kleinen Spitze?
Was hatte mein Mann, diese verdammte Niete früher alles unterlassen, statt dessen mir beizubringen versucht, ich sei frigide? Sei endlich mal eine Frau, das kannte ich von ihm.
Oh, nein, komm, Franzi, mach weiter, mach mir‘s, schieß mich ab, lass mich alle Sterne sehen!
Und das tat sie, auf ihre unnachahmliche Art. Gekonnt, wie ihre Pantomime heute Nachmittag, war ihre nun hier im Bett. Immer wieder ließ sie mich die Engel im Himmel singen hören.
„Sei ganz friedlich, Vio, es ist die beste Methode, psychische Spannungen ab-zubauen – wenn man sich gut genug kennt.“
„Dann sollst Du mich noch besser kennen lernen – und ich Dich auch, Franzi, auch ohne Gewitter. Das hast Du mir innerlich entfacht.“