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Venustempel - 2

Von ehemaliges Mitglied Dienstag 11.07.2023, 11:40 – geändert Dienstag 11.07.2023, 12:21

Der Tanz der Frauen endete so schnell wie er begonnen hatte. Eine große, sehr schlanke Frau, deren gut ausgebildete Muskeln sich unter ihrem Kleid abzeichneten, hob die Hand und alle Frauen hielten inne. Dann rannte sie los, ihre langen Beine machten Riesenschritte, sie lachte und rannte im Zickzack auf den Rand der Lichtung zu und verschwand im Wald.
Wie eine Schar junger Rehe folgten ihr die Frauen, leichtfüßig, elegant und schnell. Sie jagten einander, versuchten sich zu überholen und lachten fröhlich und laut.
Kaum war die letzte Frau im Wald verschwunden, sprintete er quer über die Lichtung zu der Stelle, wo sie im Wald verschwunden waren und folgte dem fröhlichen Lachen.
Der Wald lichtete sich erneut und er sah eine noch größere Lichtung, auf der ein großes schneeweißes Gebäude stand, gekrönt von mehreren Kuppeln- eine davon die anderen überragend ,genau in der Mitte des Komplexes. Die Kuppeln glitzerten im Sonnenlicht.

Sein Blick fiel auf ein großes Tor, das von einen großen Torbogen überwölbt wurde, über dem Inschriften zu stehen schienen.

Die Frauen verschwanden eine nach der anderen im Tor und er bewegte sich vorsichtig, den Schutz der verbliebenen Bäume nutzen nutzend, an das Gebäude heran.

„Tempel der Venus - Beschützerin der Liebe, der Lust und der schönen Künste“
"Temple of Venus - protector of love, lust and fine arts".
"Храм Венери - покровительки кохання, похоті та витончених мистецтв".
"Temple de Vénus - Protectrice de l'amour, du plaisir et des beaux-arts"
"Tempio di Venere - Protettrice dell'amore, della lussuria e delle belle arti".
"Templo de Venus - Protectora del Amor, la Lujuria y las Bellas Artes".
"Venüs Tapınağı - Aşk, Şehvet ve Güzel Sanatların Koruyucusu".

Er schlüpfte vorsichtig in den Toreingang, dicht an die Wand gedrängt und kaum hatte er das Gebäude betreten, bemerkte er einen süßlich- betörenden Geruch, den er tief einsog. Er war in eine Art Vorraum gelangt, der drei Tore aufwies, die durch schwere, tiefrote Samtvorhänge abgetrennt waren. Er entschied sich für das Tor ganz rechts, zog den schweren Vorhang etwas zur Seite und entdeckte eine steinerne Wendeltreppe, die er vorsichtig, auf jeden Schritt achtend, und bemüht keine Geräusche zu machen, hinaufstieg.

Oben angelangt verwehrte ein weiterer tiefroter Samtvorhang den Blick ins Innere des Ge-bäudes. Er schob ihn vorsichtig etwas zur Seite und sah einen großen Blumenkübel, in dem ein üppiger Rosenstrauch mit schneeweißen Rosen wuchs, daneben weitere Kübel mit Rho-dodendron, Bougainvillea, Oleander, echtem Lavendel. Der Duft der Blumen umhüllte ihn.

Er duckte sich, betrat vorsichtig den Raum und erkannte, dass es sich um eine Galerie handelte, die den Blick auf den Raum darunter ermöglichte. In einigem Abstand voneinander standen neben den Blumenkübeln bequeme samt gepolsterte Sessel. Erschöpft, neugierig und erwartungsvoll ließ er sich vorsichtig im Sessel nieder und spähte durch die Blumenpracht nach unten.

Zwölf rote Samtliegen konnte er erkennen, die kreisförmig angeordnet waren und ein Podest umgaben, auf dem ein Klavier und ein Cello standen.
Zwei Frauen, eine mit schwarzen langen Haaren und eine mit kurzen blonden Haaren betraten das Podest. Die Schwarzhaarige setzte sich auf den Klavierhocker und griff mit ihren langen schlanken Fingern und geschlossenen Augen in die Tasten. Eine betörend schöne Melodie wehte durch den Raum, umwoben von den sanft dunklen Klängen des Cello.

Komm hatte die Melodie eingesetzt, betraten die zwölf Frauen, die er im Wald gesehen hatte, nackt den Raum und legten sich, mit dem Gesicht zueinander auf die samtroten Liegen.

Sie fingen an, sich zu berühren und zu streicheln und öffneten allmählich ihre Schenkel. Freudig beobachtete er die verschiedenen Blüten, die zwischen üppigen, schlanken oder muskulösen Schenkeln wuchsen. Die Farben changierten von rosa, rot, tiefrot, beige, weiß bis zu tiefbraun. Und ebenso vielfältig waren die Formen. Manche Blüten waren bewachsen, eine mit rotblonden Haaren, die zu einem ebenso rotblonden Kopfhaar gehörten. Manche Blüten sahen aus wie die Lavafelder eines erloschenen Vulkans, glatt und blank.

Sie griffen nahezu synchron einen Flakon mit Öl, der neben der Liege stand, und träufelten es direkt auf die Blüte. Sie begannen es mit einer Hand über die gesamte Blüte zu verteilen, falteten sie auf und verteilten es über die gesamte Spalte.

(Fortsetzung folgt)

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